Bitterböse, aber genial

Voller Spannung erwarten wir den Auftritt von Pufpaff. Foto: Lukas Hentschel

Über Romantik Hotels und warum sich Mäuse als Dämmung für das Eigenheim eignen. In dem neuen Programm von Sebastian Pufpaff gibt es viel schwarzen Humor, außerdem wird alles und jeder aufs Korn genommen.

Es ist Samstagabend. Als ich den Saal im Lüdenscheider Kulturhaus betrete, ist dieser noch recht leer. Nach und nach füllt er sich. Schließlich ist die Vorstellung zwar gut besucht, aber nicht ausverkauft. Um Punkt 20:00 Uhr betritt Pufpaff die Bühne. Natürlich in seiner gewohnt lässigen Art, mit gegelten Haaren, trägt er einen schicken Anzug in Kombination mit Turnschuhen. Pufpaff kann das.

Pufpaff möchte direkt zu Anfang erfahren, ob schon mal jemand in einem Romantik Hotel war. Ihn interessiert es, warum er vermehrt in Romantik Hotels eingeladen wird. Danach erzählt er, was es heißt, ein Deutscher zu sein. Wichtig ist, dass man sich immer über irgendetwas aufregen können muss. Dies ist allerdings schwierig, wenn man eine Woche keine Nachrichten guckt, wie er im Selbstversuch feststellen musste. Also versuchte er, sich über die Servicewüste aufzuregen, was ihm allerdings auch nicht gelang. 

Die erste Hälfte des Programms ist weniger politisch. Klar, gibt es aber auch hier den ein oder anderen Witze über das aktuelle politische Geschehen. Richtig politisch wird es aber erst in der zweiten Hälfte und nochmal bei der Zugabe. Allerdings bedeutet dies keineswegs, dass nicht auch hier makabre Witze dabei wären. Oder wissen Sie, wieso Mäuse sich als Dämmung für das eigene Haus eignen?

Die Ausbildung zum Terroristen

In die zweite Hälfte steigt er mit den klassischen Satire-Themen Beziehung, Ehe und Sexismus ein. Wer Pufpaff kennt, der weiß, dass an dieser Stelle derbe Witze folgen. Auch Themen wie Technik finden einen Platz in seinem Programm. So berichtet Pufpaff zum Beispiel von einem Gürtel, der sich dem Bauchumfang anpassen kann.

Bildung ist auch ein Thema, das zur Sprache kommt. Pufpaff erklärt, warum wir vielleicht lieber über G10 oder G11 nachdenken sollten, anstatt über G8 oder G9 zu diskutieren. Die Idee stammt zwar nicht von ihm, wie er zugeben muss, er ist aber derjenige, der alles satirisch verpackt.

Wollten Sie schon immer Terrorist werden? Nein? Ich zwar auch nicht, trotzdem erklärt Pufpaff, wie er sich die Ausbildung zum Selbstmordterroristen vorstellt und warum das Leben als Terrorist einfacher wäre. In diesem Teil des Programms lässt Pufpaff nun häufiger als zuvor, sehr ernste Untertöne durchklingen. Doch gekonnt findet er die Balance zwischen Satire und Ernsthaftigkeit.

Fazit

Ich persönlich, war sehr begeistert. Zudem wurde viel gelacht. Man sollte sich auf jeden Fall auf schwarzen und nicht immer ganz jugendfreien Humor einstellen. Jeder, der Pufpaff jedoch zum Beispiel aus der „Heute Show“ kennt und ihn dort gern sieht, kann ich das Programm nur empfehlen.

Von Lukas Hentschel
Veröffentlicht am 17.11.2016