Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen bringt die Werke von Edvard Munch nach Düsseldorf

Edward Munch – Mehr als “Scream”

Die zahlreiche Besucher genießen die Gemälde des Künstlers. Foto: persönliches Archiv

DÜSSELDORF. Edvard Munch (1863-1944) ist einer der wichtigsten und bedeutesten Künstler des frühen 20. Jahrhunderts. Er ist nicht nur in seinem Heimatland Norwegen bekannt, sondern auch in der ganzen Welt. In diesem Jahr unter der Führung von Karl Ove Knausgård, einem modernen norwegischen Schriftsteller, wurde die Ausstellung mit mehr als 100 Werken organisiert. Viele Menschen aus verschiedenen Altersgruppen kommen zu der Ausstellung, um das künstlerische Schaffen von Edward Munch zu genießen.

Am Eingang erhält jeder Besucher eine spezielle Broschüre über die Ausstellung. In der Broschüre wird erläutert: “Dieses Heft enthält eine Liste der ausgestellten Werke. Auf Wunsch von Karl Ove Knausgård haben wir auf erläuternde Texte verzichtet. Der Schriftsteller möchte den Besucherinnen und Besuchern ein eigenständiges, unvoreingenommenes Sehen ermöglichen”. Deshalb finden in der Broschüre die Besucher den Grundriss aller Räume und alle Details zu den Bildern - Nummer, Name, Material und Erstellungsdatum. Ein weiterer guter Punkt bei der Organisation: Es gibt eine Warteschlange vor dem Eingang der Ausstellung, das heißt, im Inneren gibt es immer genug Platz für alle Besucher. Um die Warteschlange vor dem Eingang müssen sich die Besucher keine Sorgen machen, dort verbringt man nicht mehr als fünf Minuten.

Kurze Exkursion in der Ausstellung

Die Ausstellung ist in vier Teile gegliedert: Licht und Landschaft, Der Wald, Chaos und Kraft und Die Anderen. Jeder Bereich hat seine eigene Stimmung und sein eigenes Design, so dass der Besucher die Atmosphäre genau spüren kann. Im ersten Raum, Licht und Landschaft, wird die Aufmerksamkeit von der Arbeit „Die Sonne” (1912) auf sich gezogen. Wie bei Scream malt der Künstler die Natur sehr ausdrucksstark. Grelle Sonnenstrahlen breiten sich über den Himmel aus und liefen über die Berge, den Wald und den See in der Nähe. Das Licht ist so hell, dass es fast schneeweiß wirkt und die düsteren blauen Steine ​​zu funkeln beginnen.

Die Arbeiten des Künstlers wirken auf den ersten Blick sehr schlampig - große Striche, glatte Konturen und fehlende klare Linien. Es lohnt sich jedoch, ein paar Schritte zurückzutreten, da sich die hellen Flecken in einem Bild summieren. Ein gutes Beispiel für diese Arbeit ist das Gemälde „Sternennacht“ (1900/01). Edward Munch liebt die Natur und bewundert sie, weshalb Landschaften die gesamte späte Periode seiner Arbeit einnehmen. Und selbst wenn sich Leute auf dem Bild treffen, zeichnet Munch sie ohne klare Details. In der Regel sieht der Betrachter nur die Silhouette oder das Gesicht, die bzw. das vom Schatten der Bäume verdeckt wird.

Beeindruckend ist auch die Werkserie aus der Halle „Chaos und Kraft“, die in der Farbiger Holzschnitt-Technik gefertigt wurde. Diese Arbeiten sind düster, voller Traurigkeit. Im Vergleich zu den hellen und fröhlichen Landschaften sind diese Gemälde in Schwarz und Grau oder Schwarz und Blau gehalten und vermitteln die traurige Stimmung des Künstlers.

Während seiner frühen Arbeit malt Munch häufig Porträts seiner Freunde, Beamten und Familie. Durch die Bilder sieht der Besucher nicht nur Porträts von Fremden, dank der Technik des Künstlers werden die Stimmung und der Charakter einer Person in den Werken erraten, aus denen die Bilder lebendiger als je zuvor erscheinen. Das „Selbstbildnis“ (1888), das letztes Werk dieser Ausstellung, stellt uns Munch selbst vor, den Edward selbst gesehen und verstanden hat. Wir sehen die Hälfte des Gesichts nicht wieder - es ist uns vom Schatten verborgen, aber die beleuchtete Seite macht sich auf den Weg zur Gänsehaut. Der Blick des Künstlers und seine hellen Augen schauen vorsichtig in die Ferne.

Zum Schluss kann ich sagen, dass die Ausstellung für diejenigen geeignet ist, die Munchs Gemälde mindestens einmal gesehen haben. Hier findet man nicht seine berühmtesten Gemälde, sondern lernen die unbekannte Seite seiner Arbeit kennen; mit seinem Blick auf Natur, Menschen und das Chaos dieser Welt.

Von Katarina Wahlberg
Veröffentlicht am 05.11.2019