Fantastische Schatten

Allein mit ihren Silhouetten formen die Künstler Tiere oder Sehenswürdigkeiten (Foto: Parktheater Iserlohn)

ISERLOHN. Wer schon mal als Kind versucht hat, im Schein der Nachttischlampe mit den Händen einen Hund zu formen, der dann wie durch Zauberhand auf die gegenüberliegende Wand projiziert wird, kennt es - das gute alte Schattenspiel. Dies wurde im Iserlohner Parktheater aufgeführt.

Die Artisten der US-amerikanischen Künstlergruppe „The Silhouettes“ haben diese Spielerei jedoch neu interpretiert. Bei ihrer Darbietung stehen die Tänzer hinter einer großen Leinwand, auf die dann alle erdenklichen Bilder projiziert werden. Allerdings sind die Silhouetten der Gruppe nur als schwarze Figuren zu erkennen. Auf die Leinwand wird dann ein Bild geworfen, sodass es den Eindruck erweckt die schwarzen Figuren stünden tatsächlich auf einer Wiese oder ähnlichem. Die Artisten formen mit ihren Schatten erstaunliche Bilder wie beispielsweise ein Kamel oder erwecken den Eindruck der optischen Täuschung, nur weil sie an der richtigen Stelle stehen und einen Schatten werfen. So wurde beim Auftritt im Iserlohner Parktheater die Liebesgeschichte von „Annie und Jonny“ erzählt.

Einzigartige Kunst

Dass die Darbietung viel Arbeit und Training erfordert, liegt auf der Hand. Allein die falsche Haltung eines Armes kann das Stück ruinieren, da so der Effekt verloren geht. Auch „Americas got Talent“ (ein amerikanisches Format, vergleichbar mit dem deutschen "Supertalent") zeigte sich begeistert und lotete die Gruppe bis ins Halbfinale der Castingshow. Doch wie kommt man auf so eine Form der Unterhaltung? Eine der Artisten erklärt: „Unsere Gruppe hat einen zuständigen Creative Director. Dieser erfand vor einigen Jahren diese Art von Schattenspiel. Von dort an ging es zu Americas Got Talent, wobei unsere Gruppe mit ihrer Darbietung Popularität erlangte. Jetzt treten wir weltweit auf Bühnen auf und begeistern das Publikum.“

Geschichte der Darbietung im Parktheater

Annie und Jonny werden geboren und wissen schon von dem Moment ihrer Geburt sie seien für einander bestimmt. Sie verliebten sich schon als Kinder und blieben bis ins Erwachsenenalter zusammen. Irgendwann trennt das Schicksal ihre Wege, doch sie merken beide, dass sie einander brauchen und finden wieder zusammen. Am Ende heiratet das Paar und gründet eine Familie.

Jedoch stößt die leicht kitschige Romanze, in der das Schattenspiel erzählt wurde, nicht überall auf Begeisterung. „Die Darbietung an sich hat mir gefallen, jedoch finde ich diese amerikanische Kitschgeschichte nicht sehr ansprechend", resümiert eine Besucherin den Abschluss der Choreographie, doch was im Vordergrund steht, ist die einzigartige Darbietungsform, die auch den Besuchern zu gefallen schein: Das Stück wurde unter tosendem Applaus beendet. 

Von Isabel Scheele
Veröffentlicht am 20.12.2017