Hendrik Schinke aus Herscheid

Ein freiwilliger Lebensretter

Die Feuerwehrleute müssen mehrere Lehrgänge absolvieren, um einen höheren Dienstrang zu erlangen. Foto: privat
Mithilfe einer Übungspuppe wurde Hendrik Schinke auf den Ernstfall vorbereitet. Foto: privat

HERSCHEID. Der 25- jährige Feuerwehrmann Hendrik Schinke ist Mitglied bei der freiwilligen Feuerwehr in Herscheid. Das Ziel des gelernten Werkzeugmechanikers ist es, sich bis zu der Position des Brandmeisters hochzuarbeiten. Um diese Position zu erreichen, hat er schon mehrere notwendige Lehrgänge absolviert.

Durch die Jugendfeuerwehr ist Hendrik Schinke zu der freiwilligen Feuerwehr gekommen. Mittlerweile hat der gelernte Werkzeugmechaniker dort die Position des Gerätewartes übernommen. Das bedeutet, dass er außerhalb des Dienstes kleinere Reparaturen und Wartungen an den Fahrzeugen und Geräten durchführt. „Bei größeren Reparaturen oder Wartungen füge ich diese in das Wartungsystem MP–Feuer ein, um nachzuhalten, was an den Geräten gemacht worden ist”, erklärt der 25-Jährige.

Feuerwehrleute absolvieren Lehrgänge um in der Dienstrangfolge aufzusteigen

Zusätzlich fungiert Hendrik Schinke als Ausbildungshelfer für die Grundausbildung der neuen Feuerwehranwärter. „Ich erkläre den neuen Anwärtern die Vorgänge und führe mit ihnen Übungen durch”, beschreibt er seine Tätigkeit. Sein Ziel ist es, Brandmeister zu werden. Der Brandmeister ist der Einheitsführer einer Gruppe, die in einem Einsatzfahrzeug sitzt. „In kleineren Gemeinden wie Herscheid, ist der erste Brandmeister, der am Einsatzort eintritt der Einsatzleiter, bis der nächsthöhere Dienstrang kommt und die Leitung übernehmen möchte”, sagt er. Um in der Dienstrangfolge weiter nach oben zu kommen, müssen Feuerwehrleute neben der Grundausbildung mehrere Lehrgänge absolvieren, wie beispielsweise den Atemschutzlehrgang oder den ABC-Lehrgang.

Der Notruf geht ein, die Melder melden einen Einsatz und dann muss alles ganz schnell gehen

Bei einem Einsatz geht ein Notruf bei der Kreisleitstelle ein. Darauf meldet sich der digitale Meldeempfänger bei den Feuerwehrleuten. „Auf dem Melder stehen alle wichtigen Informationen, die für den Eisatz benötig werden”, erklärt Hendrik Schinke. Bei größeren Einsätzen schrillt zusätzlich eine Sirene. Bei Berufstätigen ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Feuerwehrleute im Falle eines Einsatzes freizustellen. Mögliche Einsätze seien Bäume oder Hindernisse, die die Straßen versperren. Bei dem Einsatzszenario „Person hinter Tür” werden die Einsatzkräfte gerufen, um einer Person zu helfen, die aufgrund eines medizinischen Notfalles hinter einer Tür eingesperrt ist.

Der emotionalster Einsatz: Kind ertrink fast im örtlichen Freibad

„Ich versuche bei Einsätzen immer eine Gewisse Distanz zu halten, dies ist jedoch besonders schwierig, wenn Kinder oder Menschen, die man kennt, betroffen sind”. Als er gerade ein Jahr bei der Feuerwehr tätig war, sei im Freibad fast ein Kind ertrunken. Außerdem erzählt er, dass früh in seiner Dienstzeit ein Mann in einem Auto unter einen Lkw gekommen sei. „Der Mann war sofort tot, wir mussten die Straße absperren und auf den Kran warten, der den Lkw vom Auto heben sollte“. Nachdem sie auf die Kriminalpolizei und den Staatsanwalt gewartet haben, wurde die Leiche von den älteren und erfahrenen Feuerwehrleuten geborgen. Bei psychischen Belastungen steht den Feuerwehrleuten psychiatrische Unterstützung zur Verfügung.
Schon oft sei er gefragt worden, warum er der freiwilligen Feuerwehr beigetreten ist, statt der Berufsfeuerwehr. Er erklärt: „Bei der freiwilligen Feuerwehr kann man aufhören, wenn es zu emotional wird, dass funktioniert bei der Berufsfeuerwehr nicht. Ich möchte mein Hobby nicht zu meinem Beruf machen, da es der Freizeitausgleich zur Arbeit ist“.

Von Viola Schütz
Veröffentlicht am 25.10.2017