UE-Absolvent erklärt Finanzstrategie der deutschen Telekom

Nico Hoffman erzählt von seiner Tätigkeit bei der Deutschen Telekom AG. Foto:Janine Glormann

Iserlohn. Mit 45 Milliarden Euro Anleihen pro Jahr ist die Deutsche Telekom AG (Telekom) der größte Herausgeber für Aktien in Europa. Nico Hoffmann, Absolvent der University of Applied Sciences (UE) und Mitarbeiter der Telekom, erklärt die Finanzstrategie der Telekom innerhalb eines Alumni Talks vergangenen Freitag am Campus Seilersee.


,,Was verbinden Sie mit der deutschen Telekom?“, fragt Nico Hoffmann in die Runde, um seine Präsentation einzuleiten. Die Antworten der Studierenden gehen von ,,inkompetenter Service“, über ,,bestes Netz“ bis hin zu ,,teuerste Verträge“. Mit Hilfe einer Grafik, die verdeutlicht, dass innerhalb einer Minute mehrere Millionen Beiträge im Internet, welches zum Großteil durch das Mobilfunknetz der Telekom generiert wird, hochgeladen werden, überzeugt Hoffmann seine Zuhörer, nochmal über ihre Vorurteile nachzudenken. ,,Innerhalb der nächsten beiden Jahre müssen wir unsere Leistungen verdreifachen“, sagt Nico Hoffmann. ,,Neue Erfindungen wie Virtual Reality oder Operationen, die von Robotern durchgeführt werden, funktionieren nur mit schnellem Internet“, führt er fort.

Finanzstrategie

Doch wer bezahlt das alles? Auf die Frage hat der UE-Alumni sofort eine Antwort. ,,Wir haben eine Strategie für das Eigenkapital und eine für das Fremdkapital“, weiß Hoffmann. Das Unternehmen finanziert sich zu 74 Prozent über Fremdkapital, zum größten Teil über Anleihen. Da die Telekom über mehrere Zehnmilliarden Euro verschuldet ist und sich vor allem aus Geld von anderen Unternehmen und institutionellen Anlegern finanziert, ist ihr großes Problem: Wer verleiht so viel Geld? ,,Das, was wir anderen Unternehmen, die uns Geld geben versprechen, müssen wir zu 100 Prozent einhalten, wie zum Beispiel eine Rendite“, erklärt Hoffmann, denn nur so erweise sich die deutsche Telekom als vertrauenswürdiger Partner.
Des weiteren gehören 30 Prozent der Telekom dem deutschen Staat. ,,Das ist eine gute Absicherung, um nicht insolvent zu werden“, gibt der Alumni zu.
Eine weitere Absicherung bietet das Kernbankenmodell, welches besagt, dass die Banken mit denen die Telekom einen Vertrag hat, auf Knopfdruck sechs Millionen Euro bereitstellen müssen. Dies stärkt vor allem die Liquiditätsreserve der Telekom. ,,Dieses Modell hat sich in den Zeiten der Finanzkrise sehr ausgezahlt“, sagt Hoffmann.

Telekom - ein zukunftsorientiertes Unternehmen

Mit seinen global rund 170 Millionen Kunden erzielt die deutsche Telekom momentan weltweit einen jährlichen Umsatz von 75 Milliarden Euro. Um diesen Umsatz zu steigern und die Verschuldung zu verringern hat das Unternehmen in Zukunft einiges vor. ,,Wir wollen die indirekten Kosten senken“, erklärt Nico Hoffmann. Darunter fällt größtenteils das Personal, das Aufgrund der Digitalisierung automatisch weniger benötigt wird. ,,Durch die Kostentransformation soll unser Unternehmen bis 2021 um knapp zwei Milliarden Euro günstiger und somit profitabler werden“, weiß Hoffmann.
Des weiteren soll der 5G-Mobilfunk zur Umsatzerhöhung beitragen.

Abschließend zu seiner Präsentation erklärt Nico Hoffmann seinen Zuhörern, dass es trotz des Mitarbeiterabbaus immer noch eine Vielzahl interessanter Möglichkeiten gibt, in das Unternehmen einzusteigen. Er selber hat, nachdem er 2013 seinen Master in Finance& Management an der UE abgeschlossen hat, im selben Jahr als Trainee bei der deutschen Telekom angefangen. Momentan ist er im Controllingbereich des Deutschlandgeschäfts tätig und freut sich auf eine spannende Zeit dort.

Von Janine Glormann
Veröffentlicht am 12.11.2018