Als Schnäppchenjäger unterwegs – Ein Besuch auf dem Modemarkt in Lüdenscheid

Secondhand-Modemarkt im Kulturhaus

Lüdenscheid. „Das ist ja ein Paradies für jede Frau!“ Weibliche Besucher, egal ob jung oder alt, bekamen am Sonntag im Kulturhaus glänzende Augen. Denn auch dieses Jahr hat wieder der beliebte Secondhand-Modemarkt im Kulturhaus stattgefunden.

Es ist Sonntagmittag. Eigentlich Zeit für ein deftiges Schnitzel mit Kartoffelsalat. Aber ich, als leidenschaftliche Schnäppchenjägerin, habe mich auf den Weg nach Lüdenscheid gemacht. Warum? Naja, eins müsst ihr über mich wissen… Ich liebe es shoppen zu gehen – und wenn es günstig ist, liebe ich es noch mehr. Passend dazu war am Sonntag ein Secondhand-Modemarkt im Kulturhaus, in Lüdenscheid. Dort hat es nämlich über 60 Aussteller ins Kulturhaus gezogen. Diese präsentierten alles, was das weibliche Herz begehrt. Von Schuhen, über Schmuck und Kleider, bis hin zu Taschen, Hosen und Pullovern.

Schuhe, Kleider und Jacken überall

Ich betrete also das Kulturhaus, ein warmer Luft Stoß kommt mir entgegen, denn draußen sind nur um die 5 Grad. Nachdem eine Dame am Eingang die Eintrittskarten kontrolliert hat, stand ich auch schon mittendrin – in einem kleinen Paradies. Ich weiß gar nicht, wohin ich zuerst gucken soll. Rechts sind fünf Stände aufgebaut, an welchen mir glitzernde Pullover und Taschen direkt ins Auge stechen. Aber ach halt stopp – links sehe ich schon von weitem einen Fellmantel, genau so einen möchte ich doch schon so lange haben. Aber dann gucke ich nach oben – und ach du lieber Himmel – es geht noch in die zweite Etage. Nachdem ich bestimmt fünf Minuten an einem Fleck stand, hörte ich eine Stimme die mich genervt fragte: „Können wir jetzt mal weitergehen?“ Ach ja, mein kleiner Bruder war ja auch noch da. Den hatte ich schon fast vergessen. Da unsere Eltern dieses Wochenende verreist sind, muss ich den kleinen Bengel mitschleppen. Aber eigentlich ist er ja ganz süß. Und um ihm nicht den letzten Nerv zu rauben, antwortete ich ganz entspannt: „Wir können ruhig zuerst hier rechts zu dem Stand mit den Schuhen“. Ich verspürte ein leichtes Augenrollen, aber das habe ich dann einfach mal ignoriert. Und dann stand ich vor zahlreichen Schuhen und Hosen, die alle nur fünf Euro gekostet haben. Zwei Paar Schuhe zogen mich magisch an… Ein Paar schwarze Pumps, mit roter Sohle und Glitzersteinchen an dem 13,5 cm Absatz. Ich konnte es mir direkt vorstellen: Silvesternacht, eine schicke Party, ein kurzes, schwarzes Cocktailkleid und dann diese Schuhe – ein perfektes Outfit. Und das andere Paar: Schwarze Wildleder Overknees, bis zum Knie. Zu einem schönen Strickkleid und einer Strumpfhose, einfach elegant. „Vielleicht für Weihnachten“, dachte ich mir direkt. Eine schlichte, schwarze Hose durfte natürlich auch nicht in meiner Sammlung fehlen. Denn immerhin gab es alles für nur fünf Euro. Da kann man doch gar nicht nein sagen.

Etwas Farbiges darf natürlich auch nicht fehlen

Und dann fiel mir etwas auf, vielleicht könnt Ihr es euch ja schon denken… Alles war schwarz. „Da muss doch noch ein bisschen Farbe her“, kam mir direkt in den Sinn. Also schaute ich durch den Raum. Und mein Blick fiel wieder auf den Fellmantel, in cremeweiß mit beigen Akzenten, hing er am anderen Ende des Raumes. Ich nahm meinen Bruder an die Hand und versicherte ihm „Nur noch 15 Minuten, wirklich!“ Das hat er mir natürlich nicht abgekauft, ich muss zugeben, ich habe es mir selbst nicht so ganz geglaubt. Aber sein raunendes „Mhhhmm“, hat mich nicht überzeugt um schon nach Hause zu fahren. Also drängten wir uns durch die Besucher, denn es wurden von Minute zu Minute mehr, quer durch den Raum. Und da stand ich schließlich, vor diesem traumhaften Pelzmantel. Die junge Frau an dem Stand kam direkt auf mich zu und fragte: „Darf es irgendetwas Besonderes sein?“ – „Dieser Mantel gefällt mir sehr gut“, antwortete ich. Sie lächelte nur und sagte, dass ich nicht die Erste sei, die den Mantel gerne kaufen würde. Also fackelte ich nicht lange und fragte Sie direkt, wie viel Sie dafür haben möchte. „30 Euro“, antwortete sie. Nun verstand ich auch, warum er da immer noch hing. Die meisten Besucher dachten sich wahrscheinlich: „Warum soll ich einen Mantel für 30€ auf einem Flohmarkt kaufen, wenn ich andere Jacken auch für die Hälfte bekomme.“ Doch nach längerem Überlegen und dem Argument von meinem Bruder: „Jetzt nimm den Mantel doch mit, du willst ihn doch haben und außerdem möchte ich nach Hause“, habe ich entschieden zuzuschlagen. Jedoch versuchte ich noch ein wenig zu handeln. Und so wurden aus 30 Euro schlussendlich 20€ „ganz schön erfolgreich“, dachte ich mir und drückte der jungen Frau den blauen 20€ Schein in die Hand. Eingepackt in eine Tüte, war der Fellmantel meiner. Als ich mich umdrehte, glitt mein Blick schon nach oben, in die zweite Etage. Also zögerten wir nicht lange und schlenderten den Gang wieder zurück, Richtung Treppenhaus. Da der Kleine keine Lust mehr hatte mit nach oben zu kommen, setzte er sich auf einen Stuhl an der Treppe und versicherte mir er würde dort warten. Also nutzte ich meine Chance und ging nach oben. Die große Wendeltreppe hinauf, zum nächsten Teil des Modemarktes. In der zweiten Etage waren noch mehr Stände aufgebaut, als in der Ersten. Ich schlenderte von Stand zu Stand und blieb immer wieder an ein paar schönen Teilen hängen. Nachdem ich wieder kurz davor war die nächste Jacke zu kaufen, sagte mir eine Stimme in meinem Kopf: „Du hast doch schon so viel gekauft, spar dir dein Geld lieber ein, denk daran – bald ist Weihnachten“. Und da wurde mir tatsächlich bewusst, ich habe wirklich genug gekauft, zumindest für heute. Also ging ich wieder die Treppe hinunter. Mein Bruder wartete brav auf seinem Stuhl. Und siehe da, als ich aussprach: „Ich bin fertig, wir können nach Hausen fahren“, breitete sich ein riesiges Lächeln über seinem Gesicht aus. Mit den Worten „Jaaaa, endlich“, verließen wir den Modemarkt. Kaum raus aus der Tür, stieß uns diesmal ein eiskalter Luft Stoß entgegen. Es war noch kälter, als vor zwei Stunden. Also beschlossen wir einen kleinen Sprint zum Auto einzulegen. Endlich am Parkplatz angekommen, setzten wir uns schnell in das Auto, ich drehte die Heizung auf, schaltete das Radio ein und wir fuhren nach Hause.

Von Sophie Louise Beckmann
Veröffentlicht am 15.11.2018