Vortrag über Nahtoderfahrung

Was passiert, wenn du stirbst?

Ein „Blick nach drüben" beschreibt das Sterben und was danach passiert. Quelle: Isabel Scheele

ISERLOHN. Was passiert, wenn du stirbst? Wohin geht dein Geist, deine Seele, All das, was dich ausmacht? Trittst du einem Gott gegenüber, der über dein Leben richtet? Diese Fragen kann man wohl unmöglich beantworten. Doch was passiert, wenn du fast stirbst, lässt sich vielleicht erklären. „Ein Blick nach drüben“ gibt Antworten. Mitte November fand in den Räumlichkeiten der katholischen Kirchengemeinde St. Aloysius ein Vortrag über Nahtoderfahrungen mit knapp hundert Besuchern statt. 

Der Titel der Veranstaltung „Ein Blick nach drüben“ beschreibt ganz gut, was Inhalt war, denn manche Menschen waren „drüben“, was bedeutet, sie hatten eine Nahtoderfahung. Der Autor des Vortrags, Andreas Neyer, Professor an der Technischen Universität Dortmund , setzte sich lange Zeit mit dem Thema Nahtoderfahrungen auseinander und schrieb das Buch „Spuren einer Welt hinter der Welt“ zu diesem Thema.

Betroffene als positives Beispiel

In dem Vortrag zeigte er Videos von Menschen, welche diese Erfahrungen augenscheinlich gemacht haben und darüber berichten. Was auffällt: Die meisten Erfahrungen sind positiv. Einer der Betroffenen beschreibt das Sterben lediglich als das Verlassen eines Zimmers, als wäre es das einfachste der Welt. Eine Krankenschwester berichtet von der sogenannten „out of Body experience“. Damit ist gemeint, dass der Sterbende seinen eigenen Körper „als Geist“ verlässt und sich frei bewegen kann. Diese außerkörperliche Ebene wird in den meisten Fällen als sehr angenehm empfunden. Sie berichtet außerdem, dass sie wichtige Punkte ihres Lebens erneut sehen konnte, doch aus der Sicht ihrer Angehörigen.

Das Gottesbild als wichtiger Faktor 

Das Gottesbild spielte in dem Vortrag eine große Rolle. Viele Betroffene, welche diese Nahtoderfahrung erlebten, berichten, dass sie „Gott“ begegneten. Dieser zeigte sich in den besagten Fällen als Licht am Ende eines Tunnels  ein Licht, mit dem man kommunizieren kann. Einer der Fälle, welcher auch im Vortrag thematisiert wurde, handelt von Sevran Altes, einer muslimischen Frauenrechtlerin, welche eine Nahtoderfahrung erlebte. Sie berichtete wie viele Betroffene von dem Licht, und dem Glücksgefühl. „Die Entscheidung, ob ich bleibe oder nicht, also ob ich sterbe oder nicht, das war ein Moment im Licht und im Glück. Also es war ein absolutes Glücksgefühl.“ Außerdem beantwortete sie die Frage, ob sie denn wirklich sterben möchte. „Ich wurde gefragt, ob ich gehen will oder bleiben möchte.“ Was sich auch mit vielen Aussagen anderer Betroffener deckt. 

Fazit der Nahtoderfahrung

Doch nicht alle Nahtoderfahungen sind positiv. Manche erhielten eine Warnung. Sie sollen nicht so weiterleben wie bisher, sondern ihr Verhalten zum Besseren ändern. Doch in den meisten Fällen wird es als positiv wahrgenommen. Ob man daran glaubt oder nicht, Fakt ist, dass sich die Aussagen weitestgehend decken.  Denn die Frage, was mit uns passiert, kann nun mal nicht von den Lebenden beantwortet werden. Wie sagte einst der Theologe und Philosoph Anselm von Canterbury: „Doch nichts ist gewisser als der Tod - nichts ungewisser als seine Stunde".

Von Isabel Scheele
Veröffentlicht am 23.11.2017