Serie: Ehrenamt im Märkischen Kreis

Lebenswert e.V. - eine Anlaufstelle für Menschen in Iserlohn

Iserlohn. Die Bedeutung des Ehrenamts für unsere Gesellschaft wird oft unterschätzt. Ob in Sportvereinen, kirchlichen Organisationen oder der Integration geflüchteter Menschen – ein hohes Maß an ehrenamtlicher Arbeit ist erforderlich. Lebenswert e.V. ist ein Verein, der sich das Ziel gesetzt hat, schwächeren Menschen eine Chance zu geben.

Beim Betreten der Räumlichkeiten von Lebenswert wird schnell klar, wie viel ehrenamtlicher Arbeit es bedarf, um die Angebote zu verwirklichen. Ein Café, mehrere Kleiderkammern und eine große Hausratssammlung fallen sofort ins Auge. Ein Gebäude weiter befindet sich das „Checkpoint“ ein Jugendtreff für Kinder, egal welcher Nationalität.

Gemeinsam mit einer Ehrenamtlerin betrete ich den Treff. Als sie vor mir die Tür öffnet, höre ich bereits fröhliche Kinder. Zwei Jungs spielen sich einen Federball zu, andere Kinder bauen mit Kapla-Steinen einen Turm und einige sitzen an der Bar. Dort treffe ich auch auf Daniel Schöning. Er ist der Leiter von Lebenswert.

Der 30-jährige Berufsschullehrer aus Iserlohn engagiert sich seit mittlerweile über sechs Jahren im Verein. Im Gespräch erzählt er mir, von der Arbeit der vergangenen Jahre. In der Öffentlichkeit sei das Thema der Flüchtlingskrise erst seit 2015 ein großes Thema. „Ich habe es bereits 2013 beobachtet, dass bei mir in der Nachbarschaft viele Flüchtlinge eingezogen sind. Sie haben mich auch oft auf der Straße angesprochen um Hilfe gebeten.“ Nach einiger Zeit sei dann die Entscheidung gefallen, sich dem Verein anzuschließen.

Drei Initiativen unter einem Dachverein

Der Verein Lebenswert Iserlohn e. V. vereint das Flüchtlingsnetzwerk, den Checkpoint und Lichtblick. „In den drei Initiativen engagieren sich rund 220 Personen“, erzählt Schöning. Rund 110 von ihnen arbeiten für das Flüchtlingsnetzwerk, ungefähr 70 im Checkpoint und 30 für Lichtblick.

Das Flüchtlingsnetzwerk bietet jede Woche Donnerstag um 16 Uhr eine Flüchtlingsberatung an. „Vielen von ihnen versuchen wir bei der Vermittlung in Arbeit zu unterstützen. Manche haben Probleme mit der Bürokratie.“ Einige Flüchtlinge habe man bereits vermitteln können. Andere Flüchtlinge seien auf der Suche nach einem geregelten Alltag. „Das versuchen wir ihnen durch Mitarbeit im Kleiderbasar und im Café zu ermöglichen.“

  Schöning erzählt außerdem von dem Problem der Finanzierung. Wie andere Ehrenamtler ist auch der Verein Lebenswert auf Sach- und Geldspenden angewiesen. „Wir haben dort einige Partner, die uns jedes Jahr gut unterstützen.“ Ein Großteil komme jedoch aus Landesmitteln, da viele Menschen im Verein ihre Sozialstunden ableisteten. Somit trage auch das Land NRW zum Erhalt bei. „Trotzdem haben wir ein Problem immer genug Förderer zu finden.“ Durch viele Spenden und Dank einer Menge ehrenamtlicher Arbeit konnte aber in diesem Jahr eine Renovierung des Checkpoints realisiert werden. Bereits im September gelang es Lebenswert ein Benefizspiel zwischen den Iserlohn Kangaroos und den Basketballern des FC Bayern München zu organisieren. „Das Spiel war ausverkauft“, berichtet Schöning.

Weitere Projekte des Vereins sind bereits in Planung. Der Berufsschullehrer berichtet mir außerdem von der Idee den Hilfesuchenden eine Möglichkeit politischen Engagements zu geben. Wichtig sei vor allem, dass die Projekte integrativ seien. „Wir wollen versuchen, ein Projekt für alle zu werden.“ So habe man sich auch für „Kitchen on the run“ beworben. Bei diesem Projekt des Vereins Tellerand e.V. wird ein Schiffscontainer mit großer Küche in einer Stadt aufgestellt, der Menschen dazu einladen soll, gemeinsam zu kochen.

Lebenswert e.V. ist ein Verein, der vielen Menschen eine Anlaufstelle bietet. Verschiedenste Projekte sollen diesen in ihrem Leben helfen. Zum Abschluss erzählt Daniel Schöning: „Bei Lebenswert bekommt jeder Hilfe, der danach sucht.“


Von Felix Abrahams
Veröffentlicht am 04.12.2018

Felix Abrahams