Eine Nadel für eine gute Tat

Aktion Blutspenden - Leben retten leicht gemacht

Blut spenden kann viele Menschenleben retten. Foto: Pixabay

Am 14. Juni findet seit 2004 findet jährlich der Weltblutspendetag statt. Doch was ist eigentlich Blutspenden und warum wird das gemacht? MAERKZETTEL hat sich mit dem wichtigen Thema des Blutspendens befasst und die notwendigsten Punkte geklärt.

ISERLOHN. Dass es überhaupt Blutspenden gibt, verdanken wir dem Österreicher Karl Landsteiner, der im Jahr 1901 das AB0-System entdeckte. Das AB0-System bezeichnet die vier verschiedenen Blutgruppen A, AB, B und 0 (Null). Jeder Mensch besitzt eine dieser Blutgruppen. Am häufigsten kommen die Blutgruppen A und 0 vor, AB gibt es am seltensten. Die Blutgruppe 0 ist dabei mit jeder anderen Blutgruppe kompatibel, weshalb sie bei der Blutspende die wichtigste ist.

Blutspenden ist gesund für den Körper. Wenn es regelmäßig gemacht wird. Denn Blutspenden senkt den Blutdruck und beugt dadurch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Auch der Cholesterinausstoß, der mit der Blutabnahme einhergeht, ist positiv für die eigene Gesundheit.

Was muss ich bei der Blutspende beachten?

18 Jahre gilt als Mindestalter, um Spender werden zu können. Zudem sollte das Körpergewicht mehr als 50 Kilogramm betragen. Bei der Blutabnahme, die zwischen fünf und zehn Minuten dauert, wird etwa ein halber Liter Blut entnommen. Allerdings sollte für den gesamten Ablauf ungefähr eine Stunde eingeplant werden, da der Abnahme noch eine ärztliche Untersuchung vorausgeht und eine Ruhephase folgt.

Ein Mensch darf jedoch nicht zu oft Blut spenden, da bei der Abnahme ein hoher Eisenverlust im Körper entsteht. Bis der Verlust ausgeglichen ist, kann es zwei bis drei Monate dauern. Deshalb dürfen Männer im Jahr sechs Mal und Frauen vier Mal zur Blutspende gehen. Jeden Tag werden in Deutschland etwa 15.000 Blutspenden benötigt. Das wäre kein Problem, wenn es genügend Spender gäbe. Laut des Deutschen Roten Kreuz haben im Jahr 2017 nur vier Prozent der Deutschen, die Blut spenden dürfen, tatsächlich auch etwas gespendet.

Wie läuft eine Blutspende ab?

Alles startet wie so häufig mit der Anmeldung. Dabei werden die persönlichen Daten des freiwilligen Spenders überprüft. Einen Personalausweis und, wenn existent, einen Blutspendeausweis solltet der Spender also immer parat halten. Bevor es zur Blutabnahme geht, muss allerdings noch ein Fragebogen ausgefüllt werden, in dem unter anderem Vorerkrankungen und die Lebensweise abgefragt werden. Ausgeschlossen werden zum Beispiel Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen oder Tumorerkrankungen. Aber auch Drogenkonsumenten dürfen nicht spenden. Nach neuen Tätowierungen oder Piercings darf vier Monate kein Blut gespendet werden.

Nach dem Fragebogen kommt es zur Untersuchung durch einen Arzt. Dabei werden Puls, Blutdruck und Körpertemperatur gemessen. Im Anschluss wird mit Berücksichtigung des Fragebogens entschieden, ob eine Person als Spender überhaupt infrage kommt. Wenn alles in Ordnung ist, dauert es höchstens zehn Minuten, bis die Blutabnahme abgeschlossen ist. Das gespendete Blut wird vom Körper in einigen Tagen komplett ersetzt.

Wichtig für den Körper ist es, sich nach der Spende erst einmal auszuruhen. Schließlich wurde kurz vorher gut ein Zehntel des körpereigenen Blutes abgenommen. Um den Kreislauf wieder anzuregen, wird im Anschluss noch etwas zu Essen angeboten.

Wofür wird die Spende verwendet?

Das Blut wird nach der Blutspende weiterverarbeitet. Durch Zentrifugation, also eine Schleuder, die die Masse der einzelnen Teile ausnutzt, wird es in die drei Bestandteile aufgeteilt. Die roten Blutkörperchen sorgen für den Sauerstofftransport. Sie werden vor allem nach Unfällen und einem damit verbundenen plötzlichen Blutverlust oder einer Blutarmut eingesetzt.

Blutplättchen sind als Blutstiller vorgesehen. Sie verkleben die Verletzungen in Blutgefäßen und verhindern starke Blutungen. Oftmals werden diese bei Krebskranken während einer Chemotherapie eingesetzt. Das Blutplasma enthält Abwehrstoffe gegen Infektionen. Es wird beispielsweise bei starken Verbrennungen oder Vergiftungen genutzt. Außerdem können damit Medikamente für Menschen mit einem schwachen Immunsystem hergestellt werden.

Aktuell stellt vor allem das Coronavirus das Rote Kreuz auf die Probe. Die Pandemie soll Menschen aktuell aber nicht daran hindern, weiter Blut zu spenden. Auch in der Coronazeit werden Spenden benötigt. Wer noch keinen Blutspendeausweis hat und noch unsicher ist, kann einfach zur Blutspende des Deutschen Roten Kreuzes gehen und schauen, ob das eigene Blut verwendet werden kann. Eine Nadel kann Leben retten.

Von Max Sinn
Veröffentlicht am 14.06.2020