Black Friday – nur ein Hype oder wirklich lohnenswert?

Am 23. November findet weltweit der "Black Friday" statt. Viele Händler bieten ihre Ware dann zu niedrigeren Preisen an. Foto: Pixabay

Weltweit fiebern die Menschen gerade dem 23. November entgegen. Grund dafür ist der „Black Friday“ – ein Tag, an dem Geschäfte und Unternehmen ihre Artikel und Angebote mit niedrigen Preisen versehen. Bis zu 90 Prozent Nachlass wird den kaufwütigen Leuten in einigen Läden versprochen. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Tag? Warum heißt er „Black Friday“ und lohnt es sich wirklich, genau dann zuzuschlagen?

Der „Black Friday“ kommt ursprünglich aus Amerika und findet traditionell nach dem Tag des Erntedankfestes, dem sogenannten Thanksgiving statt. Obwohl er kein offizieller Feiertag ist, hat der Black Friday etwas von einem Shopping-Feiertag, da ihn viele Angestellte als Brückentag zwischen Thanksgiving, das immer auf einen Donnerstag fällt, und dem darauffolgenden Wochenende nutzen. Die Händler nutzen diesen Umstand und locken die kaufwilligen Kunden immer früher in ihre Läden, teilweise sogar schon um Mitternacht. Daher ist der Black Friday seit Jahren der umsatzstärkste Tag des Jahres für den Einzelhandel.

Mythen um den Namen

Anders als der Name vielleicht vermuten lässt, hat der Black Friday keinen Bezug zum in Deutschland bekannten „Schwarzen Freitag“ – in den USA „Black Thursday“ –, der den New Yorker Börsencrash von 1929 beschreibt. Am „Schwarzen Donnerstag“, dem 24. Oktober 1929, kam es an der New Yorker Börse zu massiven Kursverlusten, die dann einen Tag später, am Freitag, die europäischen Börsen erreichten.
In seiner heute gebräuchlichen Form, tauchte der Begriff Black Friday in den USA erstmals in den 60er Jahren auf und beschrieb die Verkehrsstaus und Menschenmassen auf den Gehwegen, die sich für gewöhnlich an den beiden Folgetagen von Thanksgiving in den Städten bildeten. Diese zogen sich wie eine „Schwarze Masse“ durch die Einkaufsstraßen. Für die Amerikaner beginnt an Thanksgiving die Weihnachtszeit, weshalb es sie vor allem den Tag nach dem Erntedankfest in die Einkaufsläden zieht, um erste Besorgungen zu machen.
Eine weitere Erklärung geht davon aus, der „schwarze“ Freitag sei ein Synonym für „schwarze“ Zahlen, die die Geschäftsleute Jahr für Jahr ab diesem Tag schreiben. Denn aufgrund der enormen Umsätze, die am Black Friday gemacht werden, bringen viele Händlern ihre Bilanzen an diesem Tag in die Gewinnzone und gleichen mit den Verkäufen Verluste der Vormonate aus.

Lohnt sich ein Kauf am Black Friday wirklich?

So oder so, die Menschen nutzen den Tag mittlerweile, um einmalige Schnäppchen zu schlagen und die ersten Weihnachtsgeschenke günstig zu ergattern. Händler werben mit Rabatten von bis zu 50 Prozent – doch oftmals hören sich die Angebote besser an, als sie in Wirklichkeit sind. Das Verbraucherportal „Expertentesten.de“ hat eine Langzeitstudie zur Rabattschlacht erarbeitet und herausgefunden: In den untersuchten Angeboten ergab sich 2016 eine durchschnittliche Ersparnis von 20,1 Prozent. Dabei wurden Angebotspreise aus der Amazon-Cyber-Monday-Woche 2016 mit den aktuellen Preisen der jeweiligen Produkte verglichen. Viele Produkte, die als Knaller-Angebote angepriesen werden, sind längst nicht mehr aktuell. Die Preise dieser Artikel allerdings, die nun am Black Friday scheinbar enorm runtergesetzt werden, sind ebenfalls nicht mehr aktuell. So wird zum Beispiel eine Kamera hervorgehoben, die von angeblichen 409 Euro auf 181 Euro runtergesetzt wurde. 409 Euro hat die Kamera allerdings gekostet, als sie neu auf den Markt gebracht wurde. Sucht man im Internet nach ihr, entdeckt man schnell, dass der aktuelle Marktpreis für dieses Produkt bei 230 Euro liegt. Die Kamera ist also immer noch ein Schnäppchen, aber ein deutlich bescheideneres als in der Werbung suggeriert. Stichproben der Verbraucherzentrale NRW ergaben demnach in den vergangenen Jahren, dass die Preisreduzierungen an den Rabatttagen statt versprochener 50 Prozent oder mehr in Wirklichkeit oft bei unter 20 Prozent lagen.

Experten raten zur Kontrolle

Wenn sich das Schnäppchen nach dem Kauf nicht als Flop entpuppen soll, haben Verbraucherschützer einige Ratschläge für die Käufer parat, die sie am Black Friday beachten sollten. „Auf der Suche nach dem günstigsten Preis empfehlen wir, mindestens zwei Preissuchmaschinen zu nutzen“. Der Klick auf den Kauf- Button lohnt sich also nur, wenn zwei weitere Suchmaschinen kein günstigeres Angebot filtern konnten.

Von Rebecca Schlummer
Veröffentlicht am 21.11.2018