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Deepwater Horizon: Ein Film über eine fast vergessene Katastrophe

Jetzt im Kino: Deepwater Horizon. Der Film beschäftigt sich mit den letzten Stunden der Deepwater Ölplattform. Quelle: Pixabay

Der Film Deepwater Horizon beschäftigt sich mit den letzten Stunden der Deepwater Ölplattform, die am 22. April 2011 gesunken ist. Der Film hat seit Start am 24. November laut Kino.de über 65 Tausend Besucher in die Kinos gelockt.

Mark Wahlberg spielt Mike Willams, dieser war Cheftechniker auf der Plattform. Mike Willams gab es wirklich, wie auch alle anderen Charaktere, die eine Hauptrolle haben. Die Geschichte handelt um Folgendes: Mike flog mit seinem Vorgesetzten Jimmy Harrel und zwei Leuten vom Mineralölunternehmen British Patrol (BP) zur Ölplattform. Die Ölplattform gehört jedoch nicht BP selbst, sie haben sie von Transocean gemietet. Transocean sind die eigentlichen Betreiber der Ölplattform.

Es waren eigentlich nur Standardwartungen vorgesehen. Jimmy Harrel muss sich vergewissern, ob ein sogenannter Zementtest durchgeführt wurde. Dieser ist wichtig, um sicher zu gehen, dass kein Öl aus der Quelle unkontrolliert austritt. Die Deepwater war eine Ölplattform zur Erschließung von Ölquellen. Das eigentliche Fördern übernahmen andere Plattformen. Da sich herausgestellt hat, dass dieser Test nicht gemacht wurde, wollte Harrel diesen durchführen. Da aber das ganze Projekt schon Wochen im Verzug war, weigerten sich die Leute von BP. Stattdessen führten sie lieber einen sogenannten Unterdrucktest durch. Dieses Verfahren soll helfen, Lecks im Rohr zu finden, ist aber nicht so sicher wie ein Zementtest.

Die Katastrophe nimmt ihren Lauf

Der erste Unterdrucktest sieht erst einmal gut aus. Das ändert sich jedoch schnell. Der Zement war offenbar fehlerhaft. So baute sich enormer Druck auf, dieser entlud sich in Form von Öl und Gas. So was nennt sich Blowout, ein unkontrolliertes Austreten von Öl und Gas. Die Leute auf den Arbeitsplattformen merken schnell am eigenen Leib, dass etwas nicht stimmt, denn eins der Rohre explodiert. Sie können sogar durch ein Notfallsystem einige Sekunden das Öl stoppen, aber um die Katastrophe aufzuhalten, ist es zu spät. Als die Ölplattform in Flammen steht, wird die Küstenwache informiert. Glücklicherweise ist schon ein Schiff in der Nähe, welches viele der Arbeiter retten kann.

Sehr gelungene Inszenierung

Der Film ist klasse inszeniert, die Effekte sind super. Er erinnert an manchen Stellen schon fast an einen Kriegsfilm, wenn man zum Beispiel sieht, dass Leute mit Öl beschmiert versuchen, sich gegenseitig zu helfen. Gleichzeitig sprudeln Tausende Liter Öl aus den Rohren. Auch die Explosionseffekte sind sehr gelungen. Die technischen Begriffe werden zwar nur grob erklärt, aber um den Film zu verstehen, reicht das auch vollkommen. Was ebenfalls sehr gut in dem Film rüberkommt, ist, welche Kräfte bei der Förderung von Öl auftreten können. Dies wird sehr anschlaulich durch das Zerbersten der Rohre dargestellt.

Das Ende einer der schlimmsten Umweltkatastrophen

Die Handlung basiert auf einem Artikel, der in der New York Times die letzten Stunden der Ölplattform beschreibt. Das Ganze enthält keine spannenden Wendungen, das heißt nicht, dass der Film langweilig ist, aber die Story ist nun mal aufgrund des realen Hintergrundes an vielen Stellen vorgegeben. Die Katastrophe überlebten 115 Arbeiter, doch elf haben sie nicht überlebt. Sie wurden am Ende des Films sogar genannt. Der Film ist ein Mahnmal für die Verstorbenen, aber auch für die Umwelt. Es war eine der größten Umweltkatastrophen, die genau wie Fukushima fast aus unserem Gedächtnis verschwunden ist. Solche Filme können helfen, uns daran zu erinnern, dass wir Menschen eine Verantwortung gegenüber diesem Planeten haben.

Von Lukas Hentschel
Veröffentlicht am 03.12.2016