Die Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Redaktionen

Die drei Experten sind sich einige Künstliche Intelligenz hat ihre Grenzen Foto: Lukas Hentschel

Dortmund. Am vergangenen Samstag fand der Journalistentag des Deutschen Journalisten Verbands (DJV) in Dortmund statt. In der Sparkassen Akademie am Phönix-See wurde unteranderem diskutiert was die Künstliche Intelligenz (K.I.) für den Journalismus bedeutet. Hans Evert als Redaktionsleiter von Upday erklärt wie K.I. den Redaktionsalltag erleichtert. Prof. Dr. Wiebke Loosen ist Senior Researcher am Hans-Bredow-Institut. Zu ihren Themenschwerpunkten gehört die Veränderung des Journalismus. Reinhard Karger ist Pressesprecher des „Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz“ (DFKI) und erklärt wozu die K.I. im Stande ist. Der Journalist Johannes Meyer moderierte die Veranstaltung.

Hans Evert erläutert wie K.I. bei Upday genutzt wird. Upday ist ein Newsaggregartor für Samsung Smartphones. „Die K.I. hilft uns beim sortieren der Quellen“ so Evert. Im Einzelnen bedeutet das die Software bestimmte Schlagworte in zum Beispiel Videos erkennt und diese dann in eine Kategorie einordnet. „Wir haben ein paar Tausend Quellen aus der ganzen Welt diese alle manuell zu sichten wäre unmöglich“. Auf die Frage ob es bei ihm im Unternehmen zu Verunsicherung kommt antwortet er ganz klar „Nein“. Dies hat einen einfachen Grund: K.I. kommt heute schnell an ihre Grenzen.  

 

Zahlen,Daten und Fakten

Loosen sieht auch die Vorteile der K.I. aber auch die gefahren. Alles was in bestimmte Abläufe zerlegt werden kann ist automatisierunganfällig. „Im Journalismus sind Nachrichten ein gutes Beispiel für einen standardisierten Prozess, da diese  Zahlenlastig sind“. Karger erwidert das es möglich ist Börsennachrichten welche fast ausschließlich aus Zahlen bestehen zu automatisieren, hier findet aber auch keinerlei Einordnung statt. „Es gibt Dienstleiter die tollen Texte aus Tabellen generieren lassen“. Gleichzeitig sind diese Geräte nicht in der Lage diese Meldungen einzuordnen. 

 

 

Die K.I. hat keinen menschlichen Geist

Karger erklärt außerdem ein anderer wichtiger Punkt: „Wenn der Programmcode durch den Compiler gelaufen ist, dann bleibt es immer noch Mathematik in der Maschine befindet sich kein menschlicher Geist“. Karger versucht damit die Grenzen der K.I. aufzuzeigen. „Die K.I. macht nichts anders als Mustererkennung“ so Karger.  Loose möchte nochmal auf die zukünftigen Gefahren aufmerksam machen. Sie nennt folgendes Beispiel: „Die K.I. übernimmt das Schreiben von Nachrichten, damit wird theoretisch mehr Kapazität für den Redakteur frei. Aber was passiert, wenn es nur um Kostenersparnis geht? Der Redakteur darf keine Reportagen schreiben, weil nur noch das Geld mit den Nachrichten verdient wird. Dann verliert er seinen Job“.

 

Die K.I. stößt schnell an ihre Grenzen

Die Abschlussrunde zeigt nochmal auf wie schnell K.I. an ihre Grenzen stößt. Evert würde sich ein Grammatikprogramm wünschen was die gesamte deutsche Rechtschreibung und Grammatik beherrscht.  Dies soll dann alle Grammatikfehler in Texten aller Art erkennen erkennen. In diesem Punkt sind sich Karger und Loose einig: die K.I. muss erst verstehen lernen wie die deutsche Grammatik in sämtlichen lagen  anwendbar ist. Dies ist technisch noch nicht möglich.

Von Lukas Hentschel
Veröffentlicht am 20.11.2018