Diskussion über die Zukunftsfähigkeit des Lokalradios

Auf dem Journalistentag wurde intensiv über die Zukunft des Lokalradios diskutiert. Quelle:Pixabay

Dortmund. Beim Journalistentag treffen sich Journalisten aus ganz Deutschland, um auch über ihre aktuelle Situation zu beraten. Vorträge zu aktuellen Situationen der Medienwelt mit vielen Experten sollen Journalisten die Möglichkeit geben, sich aktiv an der Gestaltung ihrer Arbeit und die ihrer Kollegen zu beteiligen.

Im Rahmen des Deutschen Journalistentages 2018 diskutierten Vertreter verschiedener lokaler Medien aus NRW über Situation und Zukunft des Lokalradios. Unter der Fragestellung „Vor Ort und digital – Wie zukunftsfähig ist das Lokalradio?“ lud Moderatorin Andrea Donat Timo Fratz (Radio Bielefeld), Klaus Schrotthofer (Mediengruppe Neue Westfälische) und Udo Kreuer (Radio NRW) zur Diskussion ein. 

Die Moderatorin begann die Runde auch gleich mit der Leitfrage nach der Zukunftsfähigkeit. „Noch bin ich nicht auf Jobsuche“, antwortete Timo Fratz. Ein Beleg dafür, dass Mitarbeiter der lokalen Sender weiterhin an das Format glauben. Auch Udo Kreuer von Radio NRW sieht „alle Chancen“. Radio sei ein starkes Produkt.  

 

Gefährdung durch das Zwei-Säulen-System 

Klaus Schrotthofer, der sich selbst als „Quotenkapitalist“ bezeichnet, sprach von einer möglichen Gefahr durch das sogenannte Zwei-Säulen-System. Im Gegensatz zum Rest der Bundesrepublik sind die 44 Lokalsender in NRW in zwei Gesellschaften aufgeteilt. Während die Veranstaltergemeinschaft das Programm organisiert, werden alle Lokalradios von einer privatwirtschaftlichen Betriebsgesellschaft finanziert. Die Gefahr des Abbaus von Arbeitsplätzen bestehe in diesem Format, so Schrotthofer. 

Alle Teilnehmer der Diskussion sind sich auch bei den Herausforderungen für die Zukunft einig. So wollen die lokalen Sender weitere Wege der Veräußerung erschließen. Erste Schritte sind mit Formaten wie beispielsweise der „Antenne Unna-App“ bereits gemacht worden. „Wir wollen weiterhin auf Lokalität setzen. Das ist das, was die Leute von ihren Lokalsendern erwarten.“, erläutert Timo Fratz die Zielsetzung von Radio Bielefeld. Zudem sei lokale Vermarktung der Schlüssel zum Erfolg. 

Zum Abschluss der Diskussionsrunde bat Donat um ein kurzes Abschlussstatement der Beteiligten. Alle drei sind sich einig weiter auf Lokalität setzen zu wollen, in neue Technik zu investieren und die gemeinsamen Stärken zu nutzen. Aufgrund der kurzen Zeit fiel die Fragerunde der anwesenden Journalisten sehr knapp aus. Auch auf die Fragen nach Stellenstreichungen und Zusammenlegungen von Sendern antworteten die Experten mit der Lokalität. Wie es mit dem Lokalradio in den kommenden Jahren weitergehen wird, wird sich also zeigen. Die Anwesenden blickten der Zukunft mit vielen Herausforderungen dennoch optimistisch entgegen. 

Von Felix Abrahams
Veröffentlicht am 21.11.2018