Einen Insekten-Burger, bitte!

Insekten-Burger: Bald der neue Trend? Foto: Pixabay

In vielen Ländern, wie zum Beispiel Asien, stehen Insekten ganz oben auf dem Speiseplan. In der westlichen Welt hingegen ist dies eher unüblich und in Deutschland kennt man das Essen von Insekten auch nur aus dem Dschungelcamp. Das Start-Up-Unternehmen „Bugfoundation“ will das nun ändern und bringt Deutschlands ersten Insekten-Burger auf den Markt. Doch was steckt wirklich hinter der Idee, einen Insekten-Burger auf dem europäischen Markt zu etablieren?

Baris Özel und Max Krämer sind die Gründer der Osnabrücker Firma „Bugfoundation". Zu ihrem Team gehört auch Marie-Kristin Öttl, die Executive Assistant, sowie Content Managerin des Unternehmens ist. Die Idee, Insekten als Nahrungsmittel in Europa auf den Markt zu bringen, hatten Özel und Krämer nach einer einjährigen Weltreise im Jahr 2011. Denn sie bereisten unter anderem auch Südostasien, wo sie zum ersten Mal in den Genuss von Insekten gekommen sind. Somit entstand die Vision, den Geschmack von Insekten in die westliche Welt zu tragen und sich gleichzeitig für Nachhaltigkeit einzusetzen. Sie entschieden sich einen Burger, dessen Patty aus Insekten besteht, in Europa zu etablieren. 2015 eroberte der Burger zuerst den belgischen Markt und danach auch den Niederländischen. 

Willkommen, Insekten-Burger! 

Um genau zu sein, handelt es sich nicht konkret um einen Insekten-Burger, sondern eher um einen Maden-Burger. Denn das Patty besteht zu 60 Prozent aus Buffalo-Würmern, den Larven des Getreideschimmelkäfers. Da Insekten grundsätzlich nicht zu unserer Nahrungsquelle gehören, stellt sich die Frage, ob wir diese überhaupt vertragen – „Ja, definitiv!“, sagt Marie-Kristin. Lediglich in der westlichen Welt stehen Insekten noch nicht regelmäßig auf dem Speiseplan. Marie-Kristin erläutert, dass für die Züchtung der Insekten weder Antibiotika, noch Hormone oder andere künstliche Substanzen verwendet werden. Jedoch ist es wichtig zu wissen, dass bei einer Allergie auf Krusten- und Schalentiere, sowie Milben, auch eine Allergie auf Speiseinsekten besteht. Deutschlands erster Insekten-Burger ist seit diesem Monat in Aachen bei Rewe Reinartz erhältlich. 

 „Umweltfreundlich und auf lange Sicht notwendig! “  

Mit diesem Zitat untermauert Ernährungsexpertin Monika Neubacher, die Wichtigkeit von Insekten im Hinblick auf die stetig wachsende Weltbevölkerung. Denn bei über zwei Milliarden Menschen auf der Erde stehen Insekten schon lange auf dem Speiseplan. Des Weiteren ist die Aufzucht von Insekten viel ressourcenschonender als die von Rindern, Schweinen und Hühnern. Aber wie gesund sind Insekten wirklich?  „Grundsätzlich teile ich Lebensmittel nicht gerne in „gesund“ und „ungesund“ ein, da es immer auf die zugeführte Menge ankommt. Frei nach Paracelsus ‚Die Dosis macht das Gift’. Ich spreche lieber von einem ausgewogenen Speiseplan und da haben Insekten tatsächlich eine Zukunft“, erklärt Monika Neubacher. Ein großer Teil der Insektenarten liefern viel Eiweiß, sind fettarm, reich an Vitaminen, sowie Mineralstoffen und fast frei von Kohlenhydraten.  

Die Wahrscheinlichkeit, dass Insekten bald auch in Deutschland zu unserem Speiseplan gehören, ist hoch. „Warum sollten Insekten nicht problemlos in den Speiseplan integriert werden können? Gegrillte Heuschrecken oder wie zum Beispiel der Insekten-Burger als Gehacktes? Und der Verzehr von Garnelen und anderen Meeresfrüchten ist für die meisten von uns auch selbstverständlich. So groß ist der Unterschied – zumindest optisch – zu Insekten nicht. Wahrscheinlich wird es in Zukunft Kochkurse und Foodblogs zu dem Thema geben.“, erläutert die Ernährungsexpertin. Außerdem erklärt Monika Neubacher, dass Menschen grundsätzlich Allesesser sind, aber das Essverhalten antrainiert sei: „Dass der Verzehr von Insekten in unserer Kultur als Tabu gilt, ist erlernt“. Es bleibt abzuwarten, wie sich der momentane Hype um den Burger entwickelt und ob Insekten bald auch in Deutschland zu dem regulären Speiseplan gehören. 

Von Anastasia Baranova
Veröffentlicht am 30.04.2018