Innovation in der Journalistenbranche

Dortmund. Am vergangenen Samstag war es wieder soweit. Jährlich versammeln sich am Journalistentag NRW die Journalisten aus der Umgebung und diskutieren über Innovation, Probleme der Berichterstattung. Dieses Jahr in der Sparkassenakademie am Phönixsee in Dortmund.

Das diesjährige Programm wurde von Claudia Roth, der Vizepräsidentin des Bundestages, eröffnet. In dem eröffnenden Vortrag ging es um die Medien und wie sie die politische Streitkultur reflektieren. Die rund 500 Teilnehmer konnten sich nicht nur über die Journalistische Zukunft informieren und austauschen, sondern sich auch an Getränken und Snacks bedienen.

Die Themenwahl des gesamten Tages drehte sich immer wieder um die Sprache im Journalismus, mit Hinblick auf die Berichterstattung. Um politische Hintergründe objektiv reflektieren zu können ist die richtige Wortwahl der Journalisten wichtig. Der journalistische Auftrag sollte es sein die Sprache richtig zu nutzen um so politische Inhalte nicht falsch wiederzugeben.

Auf die Fresse

Dieser rote Faden zog sich auch durch den zweiten Vortrag. Dikussionartig wurde in dem zweiten Vortrag das Thema erneut aufgegriffen. Ein Problem ist es, dass objektive Berichterstattung schnell zu subjektiver Berichterstattung wird, je nach dem wie man die Wortwahl trifft. Zwischen den Ausdrücken „Flüchtling“, „Geflüchteter“, und „Asyltourist“ liegen Welten. Dies sollte man in objektiver Berichterstattung berücksichtigen, so Daniele Behrens, Geschäftsführerin des Informationsdienstes Wissenschaft und Politikerin. Aus Sicht der Experten tragen diese Begriffe immens zur Meinungsbildung der Rezipienten bei. Als Journalist sollte man daher den Auftrag verfolgen dies zu unterbinden und objektiv zu arbeiten.

Innovation

Sind Algorithmen die besseren Redakteure? Wie hat man heutzutage mit Stichworten wie „Transgender“ umzugehen? Was passiert mit der Presse in Zeiten der Digitalisierung? Wie beeinflussen Blogger den Journalismus? Fragen auf die der Journalistentag eine Antwort bereitzustellen versuchte. Junge Themen, die junge Menschen interessieren und in erster Linie betreffen. Innovation durch Technologien und der Zerfall von Print sind Themen, welche die nächsten Generationen mit Sicherheit auch betreffen. Diese Themenwahl spiegelte sich im Altersdurchschnitt der Besucherinnen und Besucher wieder: Viele junge Menschen, mit vielen Fragen und scheinbar Interesse an den Themen der journalistischen Zukunft.

Eine Branche mit vielen Gesichtern

Wie facettenreich der Journalismus sein kann zeigte sich dieses Jahr. Digitalisierung umfasst nicht nur den Journalismus, sondern auch viele andere Bereiche. Doch was Digitalisierung und Innovation betrifft, geht diese Branche große Schritte. Auch in der sprachlichen Entwicklung tut sich einiges. Da die Sprache als journalistisches Werkzeug fungiert, ist sie mit Sorgfalt zu benutzen. So fallen unter die stetige Entwicklung auch die Kommunikationsverhältnisse zwischen Journalist und Rezipient, besonders wenn es um politische Themen geht. Man trägt Verantwortung und hat einen Bildungsauftrag. In der nächsten Zeit werden sich sicherlich viele weitere Dinge verändern und für den Journalistentag 2019 ein weites Spektrum an Themen liefern.

Von Isabel Scheele
Veröffentlicht am 21.11.2018