Britisches Königshaus

Monarchie um jeden Preis?

Der Buckingham Palace in London ist die offizielle Residenz der britischen Königsfamilie. Foto: Pixabay

Ein Kommentar. Ist die Monarchie in Großbritannien als Staatsform heute noch vertretbar? Und sind die hohen Kosten die sie verursacht gerechtfertigt? Am 19. Mai steht schon das nächste große Event im Königshaus an und die Diskussion über die immensen Ausgaben der Königsfamilie ist neu entfacht.

Das britische Königshaus steht immer wieder wegen zu hoher Kosten in der Kritik. Mit jährlichen Gesamtausgaben von rund 48 Millionen Euro im Jahr 2017, ist es die teuerste Monarchie Europas, wie das Portal Statista“berichtet. Das Parlament finanziert die Ausgaben der Königsfamilie mit öffentlichen Geldmitteln. 

Neuster Anstoß zur Diskussion um die hohen Aufwendungen der Monarchie verursacht die anstehende Hochzeit von Prinz Harry. Denn in fast einer Woche ist es soweit. Am 19. Mai heiratet der Prinz seine Verlobte, die US-Schauspielerin Meghan Markle, in der Saint-George's-Kapelle auf Schloss Windsor. 
Es ist wohl nicht nur medial gesehen die größte Hochzeit des Jahres, sondern auch finanziell betrachtet. Schon seit der Bekanntgabe der Verlobung im November 2017 kommen immer wieder Spekulationen über Details der Hochzeit und vor allem der Kosten auf. Insgesamt soll Spiegel Online zufolge, das royale Event nämlich geschätzt rund 36 Millionen Euro verschlingen.Das ist eine enorm hohe Summe und mehr als das Doppelte der letzten königlichen Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton im Jahr 2011 mit fast 14 Millionen Euro. 


Schon damals wurde im Vorfeld wild diskutiert, wie viel die Hochzeit des künftigen Thronfolgers kosten wird und darf. Um die Briten zu besänftigen, übernahm die Familie Middleton einen Teil der finanziellen Ausgaben von rund 280.000 Euro, die unter Anderem für das Äußere ihrer Tochter, sowie für das knapp 46.000 Euro teure Brautkleid anfielen, so Spiegel Online. 
Und auch bei der diesjährigen Hochzeit kommen laut Spiegel Online, alleine für das Aussehen der hübschen Braut immens hohe Ausgaben von angeblich 450.000 Euro zustande. Der Preis des handgefertigten Kleides, das die zukünftige Ehefrau von Prinz Harry an ihrem großen Tag tragen wird, sorgt im Moment für heftige Furore. Noch ist nicht bekannt, wer die Luxuskreation anfertigt und wer den stolzen Preis von 113.000 Euro, wie die Zeitschrift Gala vermutet, am Ende bezahlen wird. Doch ist es wirklich gerechtfertigt, so viel Geld für ein Brautkleid auszugeben, das man ein einziges Mal in seinem Leben, an einem Tag, für ein paar Stunden trägt?

Meiner Meinung nach träumt doch jedes kleine Mädchen von einer Märchenhochzeit in einem imposanten Kleid, auf einem Schloss mit einem Prinzen. So wohl auch Meghan Markle, deren vermeidlicher Traum nun Wirklichkeit wird. Ihre Traumhochzeit sei ihr gegönnt, solange die britische Bevölkerung keine negativen finanziellen und wirtschaftlichen Konsequenzen davon tragen muss.
Die Hauptkosten der Veranstaltung wird, nach Angaben der britischen Boulevardzeitung Daily Express, das Königshaus übernehmen, der Rest bleibt jedoch am Steuerzahlen hängen. Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass im Gegenzug der allgemeine Umsatz steigt und alleine der Einzelhandel voraussichtlich etwa 126 Millionen Euro einbringen wird.

Das britische Königshaus verschafft seinem Land, neben den enormen Kosten, auch eine extrem hohe Popularität. Royale Events wie Hochzeiten, Geburten, Geburtstage oder Paraden spülen jährlich mehrere Millionen Euro in die Staatskasse Großbritanniens. Touristen aus aller Welt reisen gerade wegen der durch die Monarchie geprägten Traditionen nach England. Und trotz der hohen Kosten will laut einer Statistik von 2017 des Portals Statista die Mehrheit der Bevölkerung, rund 63 Prozent, die Monarchie als Staatsform beibehalten. 

Am Ende ist die Monarchie ein öffentliches Gut, das seinem Volk nützt, für das aber auch alle zahlen müssen. Unabhängig davon, ob man ihr zustimmt oder nicht. Aber es wäre doch schade, wenn auch noch die letzten Blaublüter Europas von der Bildfläche verschwinden würden und ein ganz normales Leben, wie wir leben müssten. Denn normal wäre doch auch langweilig und die Geschichten von Prinzen und Prinzessinnen würden nur halb so schön sein, wenn sie keine realen Vorbilder mehr hätten.

Von Nina Gutzeit
Veröffentlicht am 11.05.2018