Roadtrip Agrar - mit dem Käfer durch Deutschland

Die Landwirte Thomas Fabry und Annika Ahlers stellen den Zuhörern beim Journalistentag ihr innovatives Projekt vor.

Dortmund. Die Landwirte Annika Ahlers und Thomas Fabry treten vergangenen Sommer eine Reise quer durch Deutschland an: ihren Roadtrip Agrar. Zehn Tage lang sind sie gemeinsam unterwegs mit dem Ziel, eine Brücke zwischen Stadt- und Landleben zu bauen, um so ein besseres gegenseitiges Verständnis zu schaffen. Im Rahmen des Journalistentages in Dortmund zurückliegenden Samstag gewähren die beiden Landwirte den Journalisten Einblick in ihr Konzept.

Ihr Roadtrip beginnt am 28. Juli in Flensburg. In einem alten VW-Käfer geht es weiter über Magdeburg nach Frankfurt in Richtung Münster. Insgesamt acht Mal macht das Team Halt. Die einzelnen Stationen des Roadtrips stellen verschiedene Themen der modernen Landwirtschaft in den Fokus. 

VW-Käfer als Hauptfigur

„Der Käfer ist unser Aufhänger, der für etwas zeitloses steht und in den Menschen Emotionen hervorruft“, erklärt Thomas Fabry. In der jeweiligen Stadt steht der Käfer mitten in der Fußgängerzone und soll Passanten anlocken. „Es war schon krass zu sehen, wie sich die Charaktere von Stadt zu Stadt unterscheiden“, sagt Fabry. „In Flensburg mussten wir fast Warteschilder aufstellen und in Magdeburg kam erst kaum jemand“, führt er fort. 

Gemeinsam mit Annika Ahlers setzten sich die Passanten in den Käfer und stellen ihr Verständnis der Landwirtschaft dar. Anschließend dürfen sie selbst Fragen an Landwirte stellen. Gefilmt wird das Gespräch von Thomas Fabry. Mit dem gesammelten Material fährt das Duo zu einem nahe liegenden Landwirt und stellt ihm die aufgekommenen Fragen. „Wir haben so gesehen die Moderatorenrolle übernommen“, so Ahlers. Jeden Abend schneiden die beiden das gesamte Material zusammen und stellen das fertige Video auf ihre Internetseite ,,www.ich-liebe-Landwirtschaft.de“. So wollen sie einen Dialog zwischen Stadt und Land anstoßen. 

Roadtrip begeistert die Medien

„Es war alles eine Schnapsidee“, gibt Thomas Fabry im Gespräch zu. Die Idee sei an einem einzigen Abend entstanden. Im stillen Kämmerlein haben die beiden den Roadtrip geplant. „Erst ein paar Tage bevor es los ging haben wir es öffentlich gemacht“, sagt der Landwirt. Auf ihren Social Media-Kanälen haben die beiden ihr Vorhaben geteilt und als es dann wirklich los ging, haben auch die Medien angefangen, darüber zu berichten. Insgesamt 30 Beiträge in Medien wie dem Fernsehen, dem Radio oder der Zeitung galten dem Roadtrip Agrar.

Aus zehn Tagen, acht Stationen und rund 4500 gefahrenen Kilometern haben Annika Ahlers und Thomas Fabry viel mitgenommen. Vor allem aber viele Hausaufgaben. „Die meisten wissen die einfachsten Sachen nicht“, sagt Annika Ahlers. Um dies weiterhin zu ändern planen die beiden Landwirte schon den nächsten Roadtrip. Im kommenden Jahr soll es wieder losgehen. Diesmal soll es anders laufen: „Wir wollen, dass uns Journalisten begleiten, damit sie sich selbst vor Ort ein Bild machen können“, berichtet die Landwirtin. Interessierte Journalisten können sich ab sofort bewerben und gemeinsam mit den beiden ihre Pläne ausgestalten. Eins steht aber jetzt schon fest: Annika Ahlers und Thomas Fabry freuen sich darauf, auch nächstes Jahr den Brückenbau zwischen Stadt und Land weiter anzukurbeln.

Von Janine Glormann
Veröffentlicht am 19.11.2018