Portrait

Vier Freunde – eine Freude: Die „Sauerländer Edelbrennerei“

Das Team der Edelbrennerei besteht aus guten Freunden. Foto: Sauerländer Edelbrennerei
Die "Sauerländer Edelbrennerei" befindet sich in einem ehemaligen Sägewerk. Foto: Maite Hegemann
Das gesamte Gebäude ist in der rustikalen Holzoptik gehalten. Foto: Maite Hegemann
Das junge Unternehmen hat seinen Sitz im Sauerland. Foto: Sauerländer Edelbrennerei
Der Rabe ist das Markenzeichen der Brennerei. Foto: Maite Hegemann
Alt trifft auf Neu: Auch die Ausstattung spiegelt den Leitgedanken der Brennerei wieder. Foto: Sauerländer Edelbrennerei
Otmar Alt ist ein befreundeter Künstler der Familie. Foto: Maite Hegemann
Die Flaschen werden mit Handarbeit versiegelt. Foto: Maite Hegemann
Die Brennerei bietet viele verschiedene Produkte zum Verkauf an. Foto: Maite Hegemann
Die Brennerei bietet ausreichend Platz für Tastings. Foto: Sauerländer Edelbrennerei

WARSTEIN. Umgeben von blühenden Rapsfeldern, grünen Wiesen und den Sauerländer Bergen liegt das beschauliche Bergdorf Kallenhardt. Auf den ersten Blick erwartet man alles, außer ein junges Unternehmen, das gerade aufsteigt.

Die vier Freunde Julian Wellhausen, Dr. Thomas Lesniowski, Alexander Mülheims und Julius Vosloh betrachten Kallenhardt als den idealen Standort für ihre „Sauerländer Edelbrennerei“, in der qualitative Brände durch Handarbeit und Leidenschaft hergestellt werden.

Von Kopfschmerzen und Zusatzstoffen

Nach einer Reise durch Süddeutschland und zahlreiche Brennereiverkostungen – inklusive Kopfschmerzen – entstand bei Lesniowskis Schwiegervater Ulrich Wolfkühler der Gedanke: „Das können wir besser!“. 2000 erhielten die beiden befreundeten Familien Wolfkühler und Mühlheims die Lizenz zum Brennen und eröffneten eine eigene Brennerei.

„Bereits damals war das Ziel, für die Brände nur echte Naturprodukte und reine Handarbeit zu verwenden“, erklärt Lesniowski. „Künstliche Stoffe führen nämlich zu unerwünschten Kopfschmerzen“, weiß Lesniowski, der für das Marketing zuständig ist.

Aus Hobby wird Wirtschaft

Bereits seit 2007 leitet Wellhausen als Brenner das Geschäft. Als die ersten Pläne für die Herstellung von Whisky ins Gespräch kamen, wurde der Platz in der Doppelgarage, die bis dato als Brennerei genutzt wurde, zu knapp.

Um mehr Raum für den Betrieb und besonders die Möglichkeit zur Herstellung von Whisky zu haben, wurde ein altes Sägewerk gekauft, das bis 1990 in Betrieb war. Nach zahlreichen Renovierungen wurde am 23. April 2016 die Brennerei am neuen Standort in Kallenhardt wiedereröffnet. Das Sortiment wurde ausgeweitet, sodass, neben dem bereits bestehenden „Rabenbier“, sowohl diverse Obstbrände, Geist, Liköre, als auch Whisky angeboten werden konnten.

Frischer Wind – „Tradition und Innovation“

Heute wird das Unternehmen voller Passion von den vier jungen Männern geleitet und jeder ist für seinen Bereich zuständig. „Einer alleine ist in seinen Möglichkeiten beschränkt. Als Team sind wir stark“, ist Lesniowski überzeugt.

„Wir sind alle Quereinsteiger und lernen immer noch dazu“, so einer der drei Geschäftsführer, „das Prinzip, dass wir verfolgen, vereint Tradition und Innovation“. Die hohe Qualität und die Reinheit der Produkte, stehen auch heute noch im Fokus der „Sauerländer Edelbrennerei“. Und auch das Handwerk wird so weit es geht noch eingesetzt. „Dadurch wissen wir, was genau wir produzieren“, erklärt Lesniowski. Außerdem werden die Rezepturen ständig weiterentwickelt und neue Aromen getestet.

Der Fokus liegt auf Autarkie und Handarbeit

Für die Produkte werden hauptsächlich Zutaten aus dem Sauerland verwendet und ein eigener Brunnen versorgt die Brennerei mit Quellwasser aus 188 Metern Tiefe. „Die Auswahl der Rohstoffe zielt darauf ab, dass wir möglichst autark sind“, erläutert der Marketingexperte, der in Meeresbiologie promoviert hat.

Nicht nur die Rohstoffe werden sorgfältig gewählt, auch die Handarbeit spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion. Neben der Herstellung wird diese auch bei der weiteren Verarbeitung eingesetzt. So wird jede einzelne Flasche durch die Abfüllung, Etikettierung und Versiegelung zu einem individuellen Einzelstück.

Eine Erlebnisbrennerei

Die „Sauerländer Edelbrennerei“ ist weit mehr als eine gewöhnliche Brennerei. Der Kerngedanke des neuen Standorts war auch, eine Erlebnisbrennerei zu schaffen. So werden wöchentlich Führungen angeboten und nach Absprache Verkostungen, sogenannte „Tastings“, für bis zu zwanzig Personen organisiert, sodass den Besuchern ein Blick hinter die Kulissen der Herstellung ermöglicht wird.

Auch die Ausstattung unterstützt das Konzept der Erlebnisbrennerei und den Leitgedanken der Tradition und Innovation. Alt und Neu trifft aufeinander: Rustikales Holz trifft auf Kupfer und Glas verstärkt das besondere Ambiente der Brennerei.

Otmar Alt und die Geschichte mit der Birne 

Der bekannte deutsche Künstler Otmar Alt ist ein langjähriger Freund der Familie und begeisterter Genießer ihrer Brände. „Als Otmar unsere alten Etiketten sah, fand er: ‚Die gehen gar nicht‘. Dabei dachten wir, Birnen auf das Etikett eines William-Christ-Brands zu drucken, wäre besonders kreativ“, erzählt Lesniowski amüsiert. Also entschied sich Otmar Alt, die „Sauerländer Edelbrennerei“ mit seiner Kreativität und künstlerischen Begabung zu unterstützen.

Das Ziel der bescheidenen Unternehmer ist ein höherer Bekanntheitsgrad. „Unser noch recht junges Unternehmen soll möglichst gesund wachsen. Momentan sind wir mit der Nachfrage sehr zufrieden“, erklärt Lesniowski optimistisch.

Von Maite Hegemann
Veröffentlicht am 11.05.2018