Vom Kindergartenkind zum Multimillionär

USA. Mit seinem YouTube- Channel „RyansToysReview“ gelang es dem sieben jährigen Ryan, durch das Testen von verschiedenen Spielzeugen, in zwei Jahren zum Multimillionär zu werden. Doch hat man als Millionär überhaupt noch Zeit Kind zu sein?

Der Beruf „YouTuber“ wird immer gängiger. Durch gezielte Produktplatzierung, gelingt es den „YouTubern“ Geld zu verdienen. Und das nicht wenig: Stellt man sich jetzt vor, dass diesen Job ein sieben jähriges Kind erfolgreich seit fast vier Jahren ausführt, so fragt man sich wie?

Im Alter von fünf Jahren guckte sich Ryan das erste Mal YouTube Videos an und wollte sofort selber aktiv werden. Nachdem seine Mutter ihm die Erlaubnis gab, eröffnete er 2015 seinen eigenen YouTube- Channel. Er fing an vor der Kamera zu spielen und irgendwann Spiele wie, Kaufmannsläden und Lego- Sets, zu testen. Schnell wurden Unternehmen auf ihn aufmerksam und YouTube war nicht mehr nur ein Hobby. Heute hat Ryan seine eigene Spielzeugmarke, wird gesponsert von dem amerikanischen Einzelhandelskonzern „Walmart“ und ist unter Vertrag bei der Kindermanagement- Agentur „pocket.watch“. Mit einer Community von über 17 Millionen Abonnenten und einem Einkommen von 22 Millionen Dollar pro Jahr, lässt es sich mit sieben Jahren doch leben. Ryan schafft es den Kauf von seinen getesteten Produkten enorm anzutreiben. Kein Wunder, dass sich heute Unternehmen, wie McDonalds und Co über eine Produktplatzierung in Ryans Videos reißen.

 

Die ganze Familie im YouTube- Wahn

Auch Ryans Eltern haben einen eigenen YouTube- Channel eröffnet und führen ihre Abonnenten mit täglichen Vlogs durch ihr Leben. Privatsphäre ist hier Nebensache. Ryans Mutter gab sogar ihren Vollzeit Job als Lehrerin auf, um sich voll und ganz auf YouTube zu konzentrieren. Doch bei so vielen Kameras um einem herum, lässt es sich da überhaupt noch normal leben? Sowohl auf Ryans Channel, als auch auf dem der Eltern wird täglich ein neues Video hochgeladen. Wird der Zeitaufwand für die Fertigstellung eines solchen, meist nicht unter zehn minütigen Videos beachtet, ist klar wie viel Zeit der sieben Jährige in seinen Job investiert. Eigentlich sollte Ryan draußen sein, spielen, sich mit Freunden treffen und zur Schule gehen. Ob dafür noch Zeit ist, lässt sich anzweifeln.

Ich frage mich auch, ob Ryan sich das so vorgestellt hat, als er mit YouTube anfangen hat. Durch seine ständige Präsenz im Fernsehen und täglich auf YouTube, bleibt er selten unerkannt. So stelle ich mir das Leben eines sieben Jährigen nicht vor. Was auch offen bleibt, ist in wie weit Ryan Einfluss und Entscheidungskraft auf seinem eigenem Channel, aber besonders über sein eigenes Leben hat. Denn was ist, wenn Ryan keine Videos mehr machen möchte? Werden seine Eltern das überhaupt zulassen. Zum Schutz, so seine Eltern, wird sein vollständiger Name und Wohnort nicht veröffentlich. Doch kann ein Kind, dass so in der Öffentlichkeit steht da durch noch geschützt werden?

Von Antonia Schütter
Veröffentlicht am 18.12.2018

Antonia Schütter

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