Ein Kommentar.

Von wegen Betonkübel: WIR halten den Terror auf!

Ist die Angst vor islamistischem Terror auf Weihnachtsmärkten begründet? Foto: Pixabay

Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016 sorgen sich Bürger, Schausteller und Städte vor erneutem Terror auch in diesem Jahr. Dabei werden weder Betonkübel noch LKW-Verbotsschilder eine größere Hilfe sein. Terror lässt sich – wenn überhaupt – ganz anders aufhalten.

Alle Jahre wieder! Iserlohn lädt seine Bürgerinnen und Bürger und Besucher aus dem Umland dazu ein, besinnliche Stunden in der Vorweihnachtszeit inmitten der stimmungsvoll beleuchteten Innenstadt zu verbringen. Auch in diesem Jahr wird der historische Alte Rathausplatz eine wichtige Rolle spielen: Die lieb gewonnene Kulisse schenkt dem Weihnachtsmarkt den Slogan „Märchenhaftes Iserlohn“.

Als Dortmunder habe ich auch rechtzeitig vom Weihnachtsmarkt in Dortmund erfahren, mit dem "weltgrößten Weihnachtsbaum" auf dem alten Marktplatz. Doch während es vor einem Jahr noch Radiowerbung mit Weihnachtsmusik war, die mich und viele andere passend an den Beginn des Weihnachtsmarktes erinnerte, passiert das dieses Jahr nicht mehr ganz so sympathisch. "LKW ab dem 23. November im Innenstadt-Bereich verboten!", steht auf großen Schildern, wenn von man allen Seiten den Dortmunder Wall in der Innenstadt erreicht. "Ah, der Weihnachtsmarkt beginnt also wieder!", dachte ich mir. Traurig, dass man das heute auf diese Art erfahren muss. Doch der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche hat das Land einmal mehr in die Enge getrieben. Elf Besucher starben am 19. Dezember 2016 in Berlin, weitere 55 wurden teils schwer verletzt. Und so stellt sich spätestens in diesem Jahr die Frage, ob wir auf so christlichen Festen wie Weihnachtsmärkte überhaupt noch sicher sind, vor islamistischen Terroristen.

Während man in Dortmund und zig anderen Großstädten die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr verbarrikadiert – gar isoliert, versucht man sich doch eigentlich nur einen symbolischen Schutz zu verschaffen. Wenn Waffen verboten sind, sind es LKW, die als solche von Terroristen missbraucht werden. Wenn LKW verboten sind, sind es eben Sprinter oder gleich mehrere Terroristen in mehreren Autos, die dem ganzen Land schaden wollen. Im Zweifel schnappt sich ein solch kranker Mensch einfach ein Hackbeil vom Bratfischstand auf dem Weihnachtsmarkt… 

Ich denke, eine grundsätzliche Aufrüstung bei den Schutzmaßnahmen, wie zum Beispiel mehr Polizei, ist keine schlechte Idee. Aber ob Betonkübel und Schilder gegen Attentaten helfen können, wage ich zu bezweifeln. Wenn jemand den ohnehin schon unfassbaren Entschluss fasst, Menschen zu terrorisieren und zu töten, dann wird ihn davon so schnell wahrscheinlich nichts abhalten können. Weihnachtsmärkten und ähnlichen Großevents deswegen komplett fernzubleiben, ist auch keine gute Idee. Zum ersten, ist es rein statistisch viel wahrscheinlicher, bei einem Autounfall – etwa auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt – zu Tode zu kommen, als bei einem Terroranschlag. Zum Zweiten gäben wir Terroristen dann ja genau das, was sie wollen: Unsere Angst. Von der ernähren sich solche Wesen nämlich. Angst ist da, um uns zu schützen, aber nur in einem gesunden Maß wichtig. Wenn wir keine Angst zeigen, zeigen wir dem Terror die kalte Schulter, ignorieren ihn quasi. Und wie so oft der Fall, ist es hier nicht anders: Wenn wir jemandem keine Interesse schenken, lässt er von uns ab. 

In diesem Sinne, sollte uns die besinnliche, schöne und unbeschwerte (Vor-) Weihnachtszeit auf Weihnachtsmärkten wichtiger sein, als islamischer Terror. Wir können ihn aufhalten.

Von Manuel Montefalcone
Veröffentlicht am 20.12.2017