Daniel Pütz:

„Ich bin tagsüber Mediengestalter, abends Chorleiter“ 

Daniel Pütz lebt seit zwölf Jahren in Balve. Foto: Anastasia Baranova

ISERLOHN. Sein guter Ruf eilt ihm voraus: Es wird gesagt, er habe die Mitgliederzahl im Chor erhöht. Der 38-jährige Daniel Pütz spricht über die Arbeit als Chorleiter und wie seine Liebe zur Musik entstanden ist.

Daniel Pütz wirkt entspannt, er hat die Haare zu einem Zopf zusammengebunden und trägt ein hellblaues T-Shirt mit der Aufschrift „Balve Mammutstark“ – Balve ist seit zwölf Jahren seine Heimat. Die Musik und vor allem der Chor begleiteten ihn schon sein ganzes Leben, denn sein Vater war Chorsänger im Meisterchor. Privat ist er verheiratet und Vater von drei Kindern.

Wie alles begann 

Seine Leidenschaft für Musik war immer schon da, denn während der Schulzeit hatte Daniel Pütz den Traum von einer eigenen Band und so fing er an, Schlagzeug zu spielen und gründete mit seinem Kumpel eine Band. Einige Jahre haben sie unter den verschiedensten Namen Musik gemacht, hauptsächlich Grunge und Hardrock. Danach folgte eine musikalische Pause und während der Abizeit fing er wieder an, Schlagzeug zu spielen und mit verschiedenen Instrumenten zu experimentieren, wie zum Beispiel mit der Gitarre und der Trommel. Parallel dazu sang Daniel Pütz in einem Shanty-Chor und spielte Ukulele. 

Nach dem Abitur ging es zum Studieren nach Paderborn – Medienwissenschaften und Anthropologie. „In Paderborn bin ich auf einen alten Schulkollegen getroffen und bin mit ihm in eine WG gezogen“, sagt Daniel Pütz. Wie der Zufall so wollte, war sein neuer Nachbar Hans-Joachim Senft, der ehemalige Chorleiter seines Vaters, und somit hatte auch der Sohn die Möglichkeit, von ihm zu lernen und bekam Gesangsunterricht. In den nächsten Jahren sang er in den unterschiedlichsten Chören.  „Es reifte der Gedanke, sich zum Chorleiter ausbilden zu lassen“, erzählt Daniel Pütz. Diesen Gedanken setzte er in die Tat um und ließ sich an der Musikschule in Schlangen zum Chorleiter ausbilden mit dem Ziel vor Augen, auch mal einen Chor zu leiten.

Der erste Chor 

2009 übernahm er seinen ersten Frauenchor in Mellen und nun, neun Jahre später, leitet er diesen immer noch. Außerdem leitet er noch Chöre in Lendringsen, Balve, Iserlohn, Lüttringen und Langscheid. Aber auch, wenn er oft als Lehrer auftritt, hat er das eigene Musizieren nicht aufgegeben, denn er spielt Keyboard und singt in der Band „Die Entspannungsminister“. Er beschreibt sich als: „Tagsüber bin ich Mediengestalter, abends Chorleiter“. Doch die Chorleitung ist viel Arbeit.

„Mir würde es keinen Spaß machen in einem Chor zu arbeiten, der mich nicht fordert“ – denn Spaß ist für ihn bei einer Chorprobe sehr wichtig und dass die Sänger, Vertrauen in den Chorleiter haben. „Viele Leute haben Berührungsängste mit dem Chor, sie denken man muss vorsingen oder so etwas, was nicht stimmt“, erzählt Daniel Pütz. 

Musikalisch würde er gerne irgendwann eigene Wege gehen – „Ich will schon seit Ewigkeiten ein eigenes Album aufnehmen“. Momentan lebt er aber im Hier und Jetzt, da er chormäßig ziemlich ausgelastet ist, weil er jeden Abend mindestens eine Chorprobe hat.  „Ich muss mir mit meinen Chören nirgendwo bescheinigen lassen, wie gut wir sind. Wenn wir beim Publikum gut ankommen, ist das die Bescheinigung für mich“, sagt Daniel Pütz. Doch die Bescheinigung eilt ihm von den Mitarbeitern des Parktheaters voraus, die ihn loben, dass er es geschafft hat, die Mitgliederzahl zu erhöhen, obwohl die bei Chören normalerweise rückläufig ist. Daniel Pütz wird von außen zwar gelobt, er selbst reagiert aber bescheiden und eher zurückhaltend auf dieses Lob: „Ob das jetzt wirklich an mir liegt, weiß ich nicht, ich denke das hängt viel mit dem Konzept „Gemischten Chor“ zusammen“. 

Von Anastasia Baranova
Veröffentlicht am 09.06.2018