Secondhand Modemarkt

Secondhand Kleidung – Eine grüne Alternative

Secondhand Modemärkte. Quelle: Pixabay

Hamm. Ich stehe in einer langen Schlange und warte auf den Einlass in die Hammer Stadthalle. Von außen kann ich es bereits sehen, die vielen Stände mit ihren Kleiderstangen und ihrer daraufhängenden Kleidung. Die riesigen Wühltische un der typische Geruch von gebrauchter Kleidung.

 

Secondhand-Märkte – Vielfältig und mittlerweile in jeder Stadt. Ein neuer Trend? Hier sind vier gute Gründe, warum man darüber nachdenken sollte, seine Kleidung überwiegend nur noch secondhand zu kaufen.

Grund 1: Secondhand schont die Brieftasche

Für die Summe, die man sonst für ein einziges Kleidungsstück oder Accessoire bezahlt, bekommt man bereits mehrere Secondhand Stücke auf dem Flohmarkt.

„Schon seit mehreren Jahren besuche ich immer mal wieder Secondhand-Märkte in größeren Städten. Allein aus dem Grund, da man dort schnell und einfach Schnäppchen findet.“ schilderte mir die Besucherin Joyce Potempa, zur Frage, warum sie diese Märkte besucht.

Grund 2: Wegwerfgesellschaft vermeiden

Nach einer Schätzung werden mehr als eine Million Tonnen an Textilien in Deutschland pro Jahr im Container entsorgt oder aussortiert. Hinzu kommt eine nicht bekannte Zahl an Kleidungsstücken, die schlicht im Hausmüll entsorgt werden, berichtet Thomas Ahlmann, Sprecher des Dachverbands Fairwertung, einem Netzwerk gemeinnütziger Altkleidersammler. Schuld daran sind die immer schneller wachsenden Trends, die immer billigeren Preise, die immer schlechtere Verarbeitung, einfach immer schneller im Müll – die sogenannte Fast Fashion Industrie.

Die Menschen wollen viel und billig kaufen, es wird kurz oder gar nie getragen, einfach schnell weggeworfen - so gehen die Deutschen im Fast Fashion – Zeitalter mit ihrer Kleidung um. Gelehrt wird uns dieses Verhalten von Textilgiganten wie H&M oder Zara. Kleidung wird dabei immer mehr zur Wegwerfware, T-Shirts kaum länger getragen als Plastiktüten, so Greenpeace.

Grund 3: Es ist Nachhaltig und schont die Umwelt

Mittlerweile wissen wir alle nur zu gut, dass unser Konsum und unser Kaufverhalten dem Klima schadet. Gebraucht kaufen, den alten Kram wieder verkaufen, der ganzen Sache also eine weitere Chance geben – die beste grüne Alternative in Sachen Mode.

Genauso wie der eingesparte Verpackungsmüll, werden keine neuen Ressourcen gebraucht für die Neuproduktion der Ware, die man Secondhand kauft. Denn etwas nicht zu kaufen, was neu hergestellt werden musste, ist einfach am ökologischsten.

In einer Studie von Greenpeace heißt es, dass sich die Bekleidungsindustrie von 2000 bis 2014 verdoppelt hat. Deutsche Verbraucher kaufen im Schnitt fünf Kleidungsstücke pro Monat – tragen diese allerdings nur noch halb so lang wie vor 15 Jahren.

In der Modebranche, also in der Textilindustrie werden jährlich mehr als 850 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verursacht, so Greenpeace. Sie entstehen hauptsächlich in der Weiterverarbeitung der Stoffe, der Gewinnung von Plastikfasern und den langen Transportwegen. Desweiteren werden der Natur Unmengen an Rohstoffen entzogen. Umwelt und menschliche Gesundheit nehmen durch giftige Chemikalien Schaden. Zudem findet die Herstellung von Fast Fashion oft unter unmenschlichen Bedingungen statt.

Grund 4: Kleine Zeitreisen

Ich liebe es, mir auf dem Sesondhand-Märkten die Zeit zu nehmen und auf den Wühltischen nach Kleidung zu stöbern. Man kann abschalten und sich in der Zeit verlieren. Wer weiß, vielleicht findet man genau das, wonach man schon lange gesucht hast. Denn schließlich kauft man nicht einfach von der Stange, sondern kann gezielt nach Einzelstücken stöbern.

Man stehst am Tisch und findet etwas, hält es hoch, nimmt den markanten Geruch war, legt es sich an und schaut ob es einem passt und in dem Moment wird einem erzählt, wo die Verkäuferin es her hat. Eine Geschichte, die man sonst nie erfahren hätte, eben nur auf einem solchen Markt.

Tipps für Einkaufsmöglichkeiten:

 

- Flohmärkte, vor allem Mädchenflohmärkte

- Kleidertauschbörsen wie Kleiderkreisel

- Tauschpartys - Secondhandläden

- Online: Kleiderkreisel, Ubup, Ebay, Verkaufsgruppen auf Facebook, etc.



Von Michelle Reichelt
Veröffentlicht am 08.11.2019

Michelle Reichelt

  • Über mich
  • Meine Artikel
  • Mein Name ist Michelle Reichelt, 1997 geboren und aufgewachsen in Bönen, Kreis Unna.
    Ich studiere seit dem Wintersemester 2019/20 Journalismus und Unternehmenskommunikation an der UE Germany in Iserlohn.
    Erste Erfahrungen im Bereich Journalismus habe ich bereits in meiner dreijährigen schulischen Ausbildung als Mediengestalterin gesammelt.
    Ich bin ein offener und organisierter Mensch und bin sehr zuversichtlich, dass ich hier an der Hochschule, die ersten Grundsteine meiner Zukunft bauen kann.