DUELL DER WOCHE

Cannabis Legalisierung in Deutschland? Ja oder nein?

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DEUTSCHLAND. Während in einigen Ländern Cannabis schon lange legalisiert wurde, gilt die Droge in Deutschland immer noch als illegal. Doch was spricht für und was gegen die Legalisierung von Cannabis in Deutschland?

Cannabis Legalisierung in Deutschland? Nein, danke.
Von Antonia Schütter

DEUTSCHLAND. Als Kanada vergangenes Jahr Cannabis legalisierte, löste das in Deutschland viele Diskussionen aus. Die Droge wird auf einmal nicht mehr als Droge angesehen, sondern viel mehr als „Medizin“. Doch das ändert nichts daran, dass das Rauschmittel im Konsum fatale Folgen hat.

Der 20. April ist der Tag des Cannabis. Schande über unser Haupt, dass wir es zulassen mit einem offiziellen Tag für Hanf die Gefahren der illegalen Droge absolut in den Hintergrund zustellen. Es sei ein Heilmittel, weniger schädlich als Alkohol, fördert die Konzentration und so weiter. Dass Cannabis in Deutschland noch nicht legalisiert wurde, hat den guten Grund, dass es immer noch eine Droge ist. Sowie Heroin, Koks und viele andere bewusstseinserweiternde Stoffe.

„Drogen sind schädlich!“ Das wird einem schon als Kind eingetrichtert. Warum sollte das jetzt auf einmal anders sein? Ist es nicht. Cannabis ist schlecht für die Konzentration, das Herz und für die Lunge sowieso. Leute, die regelmäßig Hanf konsumieren, laufen Gefahr an Schizophrenie oder Depressionen zu erkranken. Die ESPAD-Studie (European School Survey Project on Alcohol and Other Drugs) ergab, dass der regelmäßige Cannabiskonsum das Risiko eines Suizidversuchs steigert. Die Droge dann als Medizin zu verkaufen, scheint mehr als falsch. Medizin hin oder her. Wer Cannabis konsumiert, ist im Anschluss keinen Schmerzen mehr ausgesetzt, dank der damit verbundenen Dröhnung. Wer wirklich Heilung möchte, müsste schon eine ganze Plantage rauchen.  

Viele Konsumenten wissen oftmals gar nicht genau, was sie da rauchen. „Cannabis wird häufig mit Substanzen wie Blei gestreckt, damit es schwerer wird und mehr Geld einbringt. Diese Stoffe wirken beim Verdampfen ebenfalls sehr schädlich", erläutert Suchtexperte Leune der Süddeutschen Zeitung in einem Interview. Da sollte der Konsum doch lieber ganz gelassen werden. Das ist aber gar nicht so einfach, wenn der Konsum zur Sucht wird.

Cannabis kann schnell abhängig machen. Es besteht eine psychische Suchtgefahr. Sobald eine Sucht besteht, ist es nahezu unmöglich aufzuhören. Folgen sind unter anderem Entzugserscheinungen, wie Angstgefühle oder Gereiztheit. Würde Cannabis in Deutschland legal zugänglich gemacht werden, könnten Abhängige leichter an ihre Drogen kommen, ohne irgendwelche Folgen. Es gäbe noch mehr Abhängige und daraus folgend mehr Therapiebedürftige.

Nicht umsonst wird Hanf als eine Einstiegsdroge bezeichnet. Mit Hanf fängt alles an und nicht viel später endet es mit Koks. Suchtexperten warnen vor Gras, denn dieses verleitet zu gefährlicheren Substanzen. Forscher in Neuseeland fanden heraus, dass Cannabis Konsumenten 60-mal wahrscheinlicher zu härteren Drogen greifen, als Konsumenten, die noch nie gekifft haben. Und auch Cannabis selbst wird immer stärker. Das Cannabis aus den 1960ern hatte nur 1% Tetrahydrocannabinol (THC), das Gras von heute kann bis zu 30% beinhalten. Wer sich da noch genüsslich einen Joint rauchen kann, befindet sich jenseits von Gut und Böse.

Das Beste jedoch ist der Glaube, durch die Legalisierung von Cannabis kriminelle Banden stoppen zu können. Nein, danke. Es würden sich so nur weitaus mehr Geschäftsmöglichkeiten bieten, da auch der Konsum steigen würde. Diese Auswirkungen sind auch erkennbar in Amsterdam. Dort hat die liberale Gesetzgebung nur zu noch mehr Problemen geführt. So etwas möchte doch keiner.

Der langfristige Konsum von Cannabis ist noch nicht ausreichend genug erforscht, um Gewissheit über die Auswirkungen zu haben. Alle Risiken und Nebenwirkungen werden durch den Tag des Cannabis verharmlost. Dies ist alles andere als verantwortungsvoll. Bald heißt es noch: „Schwangere kifft mehr und eure Kinder werden aussehen wie Bob Marley“.

Cannabis? Ja, danke!
Von Nina Welz

DEUTSCHLAND. Jedes Jahr treffen sich am 20.04. unzählige Marihuana-Fans. Doch wieso ist das eigentlich so? Schon lange wird darüber diskutiert, ob Marihuana in Deutschland legalisiert werden sollte. In einigen Ländern ist Marihuana bereits legal. Das Cannabis in Deutschland Illegal ist, weiß eigentlich jeder. Trotzdem konsumieren es nach Schätzungen im Monat rund 2,8 Millionen Deutsche.

Die Zahl 420 steht für die Uhrzeit 4:20. 1971 entwickelte sich diese Zahl durch eine Gruppe Jugendlicher, die es als Codewort für den Konsum von Cannabis benutzten. Am 20.04. finden jedes Jahr weltweit Events und Festivals der Cannabis-Kultur statt.

Schon seit 1976 kann man in den Niederlanden so genannte Coffeeshops besuchen, um Marihuana zu erwerben. Zwar ist auch dort Cannabis nicht ganz legal, der Erwerb und Konsum wird aber toleriert. In anderen Ländern wie Uruguay oder in einigen Bundesstaaten der USA kann man inzwischen sogar ganz legal Cannabis kaufen und auch konsumieren. In anderen Ländern ist Marihuana zwar auch noch illegal, doch die Gesetze lockern sich. In Spanien muss man mittlerweile nur noch ein Bußgeld zahlen, wenn man mit Marihuana erwischt wird. Ganz im Gegensatz zu Deutschland: Hier ist Cannabis verboten und das bedeutet, wer etwas mit sich führt, kann mit einer Anzeige rechnen.

Aber darf das eigentlich so sein? Kann die Regierung uns vorschreiben was wir in unserer Freizeit konsumieren, wenn es doch nur unseren eigenen Körper betrifft? Immerhin dürfen wir auch Tabak rauchen oder Alkohol trinken. Wirklich bewiesen ist weder der Suchtfaktor von Cannabis, noch eine Schädlichkeit für den Menschlichen Körper. Es ist wirklich verrückt, dass erwachsene Leute sich in Deutschland nicht selbst aussuchen dürfen wie sie Spaß haben wollen. Und mal ganz ehrlich, wer hat nicht lieber ein paar friedliche Kiffer vor der Tür, als eine Gruppe besoffener, die nachts Vandalismus betreibt?

Abgesehen davon ist Cannabis für viele Menschen sogar ein kleiner Lebensretter. Denn auch in der Medizin wird es eingesetzt. Aus gesundheitlichen Gründen wäre es absolut gerechtfertigt Cannabis zu legalisieren. Den immerhin ist Alkohol ebenso eine Droge, die in Deutschland aber legal ist. Dort ist allerdings eine Schädlichkeit bewiesen. Bereits 16-Jährige dürfen legal Bier und Sekt kaufen. Wer aber zu einem Joint greift, muss gleich vor Gericht ziehen? Da kann man sich wirklich fragen wo der Sinn hinter der Sache ist.

Natürlich kennt auch jeder das Gerücht, dass Cannabis eine Einstiegsdroge sei. Tatsächlich wollen aber viele Konsumenten gar nichts anderes. Die Dealer wollen bloß auch andere Drogen an den Mann bekommen und verführen so Cannabiskonsumenten zu härteren Drogen. Nach einer Legalisierung wäre dieser gefährliche Beschaffungsweg nicht mehr notwendig. Außerdem gibt es aus medizinischer Sicht keine Anhaltspunkte Cannabis für ein Bedürfnis nach anderen Drogen sorgt.

Im vergangenen Jahr wurden 179.700 Strafverfahren gegen Cannabiskonsumenten verzeichnet. Wenn man bedenkt, dass in Deutschland Vergewaltiger, Terroristen oder auch Konsumenten von harten Drogen frei herumlaufen, ist das eine wirklich fragwürdige Zahl. Würde die Polizei nicht Leute jagen, die an abgelegenen Orten mal einen Joint durch die Runde reichen, hätte sie vielleicht auch Zeit für wahre Verbrecher. Wäre Cannabis legal, könnte der Konsum außerdem einfacher kontrolliert werden. Für die Gesundheit wäre es natürlich auch besser, wenn man nicht Gras rauchen würde, dass vermutlich mit Haarspray und anderen Mitteln behandelt wurde. Genau das würde eine Legalisierung ändern. Mal ganz abgesehen von 2,39 Milliarden Euro pro Jahr, die der Staat laut einer Studie des Hanfverbands durch Steuern einnehmen und einsparen könnte.


Veröffentlicht am 19.04.2019

Antonia Schütter

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