Checkliste Blutspende – was sind Ausschlusskriterien?

Studentin Amber spendet das erste Mal Blut - sie hat alle Kriterien erfüllt. Foto: Julia Schuchardt
Nach knapp zehn Minuten war die Spende beendet. Foto: Julia Schuchardt
Regelmäßig organisiert das Deutsche Rote Kreuz Blutspendetermine. Foto: Julia Schuchardt

Fragt man unsere Gesellschaft, ob schon mal jemand ein Leben gerettet hat, sagen die meisten höchstwahrscheinlich nein. Andersherum haben viele von diesen Personen vermutlich schon mindestens einmal in ihrem Leben Blut gespendet – und damit ein Leben gerettet. Doch nicht jeder kommt als Spender in Frage. Die Checkliste der Voraussetzungen ist lang.

Grundsätzlich kann jeder gesunde Erwachsene mit einem Mindestgewicht von 50 kg ab 18 Jahren Blut spenden. Dabei können Frauen maximal viermal und Männer höchstens sechsmal innerhalb eines Jahres Blut spenden. Zwischen zwei Blutspenden muss allerdings ein Mindestabstand von acht Wochen liegen.

Vor der Blutabnahme werden der Gesundheitszustand und die Medikamenteneinnahme der Spender gecheckt. Um Blut spenden zu dürfen, muss man in einem guten gesundheitlichen Zustand sein. Leidet man beispielsweise an einer Erkältung, ist das Blutspendeverbot befristet. Bei chronischen Erkrankungen wiederum kommt es ganz auf die Medikamenteneinnahme ein. Der anwesende Arzt prüft bei regelmäßiger oder auch bei gelegentlicher Einnahme bestimmter Medikamente, ob eine Blutspende erfolgen kann.

Auslandsaufenthalte haben Auswirkungen

Auch Reisen ins Ausland können ein Hindernis bei der Blutspende sein. Das Deutsche Rote Kreuz hierüber wie folgt: „Personen, die in einem Malariagebiet geboren oder aufgewachsen sind oder sich mehr als sechs Monate in einem solchen Gebiet aufgehalten haben, können zu einer Blutspende nur nach Vorliegen bestimmter Voraussetzungen zugelassen werden. Wenn man sich zwischen 1980 und 1996 länger als sechs Monate in Großbritannien oder Nordirland aufgehalten hat oder auch seither dort operiert oder selbst eine Blutübertragung bekommen hat, darf nach den derzeitigen Bestimmungen in Deutschland nicht zu einer Blutspende zugelassen werden. Hintergrund ist ein nicht völlig auszuschließendes Risiko für die Übertragung der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit.“

Arztbesuche können ein Hindernis sein

Nach großen oder umfangreichen Operationen muss ein Mindestabstand von vier Monaten eingehalten werden, bis man wieder Blutspenden darf. Darunter fallen auch endoskopische Eingriffe und Untersuchungen wie eine Magen- oder Darmspiegelung. Handelt es sich um kleinere Operationen liegt es wieder im Ermessen des Arztes, ob und wann wieder gespendet werden darf.

Auch bei Impfungen kommt es ganz darauf an, welcher Impfstoff verwendet wurde. Daher kann man in diesem Fall keine genaue Angabe machen, wie lang die Zeitabstände zwischen einer Impfung und der Blutspende sein müssen.

Auch Tattoos und Piercings lösen ein vorübergehendes Verbot aus

Ein Punkt, den viele Menschen bei dem Gedanken, Blut zu spenden, nicht berücksichtigen, sind Eingriffe wie Tätowierungen und frisch gestochene Piercings und Ohrlöcher. Auch hier muss ein Mindestabstand von vier Monaten zwischen dem Eingriff und der Spende liegen.

Anders ist es bei Infektionskrankheiten wie AIDS und Hepatitis. Da diese unter anderem durch Blutpräparate übertragen werden können, dürfen spendebereite Personen, die selbst von einer entsprechenden Infektionskrankheit betroffen sind und Angehörige, die im gleichen Haushalt leben, nicht zur Blutspende zugelassen werden.

Viele Kriterien, die nicht abschrecken sollen

Auf den ersten Blick scheinen dies ziemlich viele Kriterien zu sein, die einer Blutspende im Weg stehen. Oft sind diese allerdings zeitlich begrenzt und machen eine Spende nicht unmöglich. Wenn man sich nicht sicher ist, ob man spenden darf oder nicht, sollte man entweder vorher mit seinem Arzt sprechen und den entsprechenden Arzt beim Blutspendetermin aufsuchen – an dem führt sowieso kein Weg vorbei.

Von Rebecca Schlummer
Veröffentlicht am 14.11.2018